Leverkusen Neue Chance für Abiturienten

Leverkusen · Nach Beschwerden über eine Aufgabe im Mathematik-Abitur bietet das NRW-Schulministerium den Schülern an, die Klausur freiwillig zu wiederholen. Leverkusens Abiturienten sind nicht sicher, ob sie diese Chance nutzen sollten.

Schüler dürfen ihre Mathe-Abiturklausur wegen einer missverständlich formulierten Aufgabe noch einmal schreiben. Die Abiturienten an Leverkusens Gymnasien haben mit gemischten Gefühlen auf die Nachricht des NRW-Schulministeriums reagiert.

"Viele haben kein klares Gefühl, ob ihnen die Klausur gelungen ist", sagt Franz Paar, Oberstufenkoordinator des Werner-Heisenberg-Gymnasiums. Wer zum Nachschreibetermin am 26. Mai erscheint, macht seinen ersten Versuch ungültig. Die Abiturienten müssen nun also eine schwierige Entscheidung treffen, bei der sie am Ende auch durchaus als Verlierer dastehen können.

"Entscheidung nachvollziehbar"

Beim "Oktaeder des Grauens" in der Matheklausur des NRW-Abiturs 2008 war das anders. Als damals das Schulministerium einen zweiten Versuch genehmigte, wussten die Schüler ihre Noten schon. Dieses Mal nicht.

Wer sich für den Nachschreibetermin anmeldet, geht das Risiko ein, bei der Klausur schlechter abzuschneiden. Bis Montag müssen sich die Abiturienten entscheiden — wenn sie denn möchten. "Ich bin gespannt, wie viele Schüler den zweiten Versuch wagen", sagt Mathematiklehrer Paar.

Für seine Schüler ist der zweite Versuch ein völlig unverhofftes Angebot. Sie können ihr Glück noch einmal versuchen, auch wenn sie von der Abi-Panne gar nicht direkt betroffen waren. Ihr Lehrer Paar hatte den Aufgabenvorschlag, der in NRW für so viel Kritik sorgte, gar nicht ausgewählt.

"Die Aufgabe habe ich sofort aussortiert, da genügte schon ein kurzer Blick — die hatte viel zu viel Text", sagt Paar, der deshalb zum damaligen Zeitpunkt gar nicht das eigentliche Problem der Aufgabe bemerkt hatte. Im Rückblick kann er den Ärger der betroffenen Schüler verstehen. "Die Entscheidung ist nachvollziehbar und gut", urteilt Paar.

Direkt nach Rundruf angemeldet

Den Abiturienten des Landrat-Lucas-Gymnasiums kommt das Angebot des Schulministeriums sogar sehr gelegen. Die Schüler mussten sich mit der umstrittenen Aufgabe auseinandersetzen, die laut Schulministerium "zu Irritationen geführt" hatte, so dass "die Schüler nicht mehr in der Lage waren, ihr volles Leistungspotenzial abzurufen. Stufenleiterin Sabine Wüllner geht davon aus, dass viele Schüler die zweite Chance in Anspruch nehmen werden. Ein Schüler habe sich schon direkt nach dem Rundruf am Vormittag für den neuen Prüfungstermin angemeldet.

Einen eher spärlich besuchten Nachschreibetermin wird es an der Erzbischöflichen Marienschule geben. Mathelehrer Ludwig Malecki hatte für seinen Kursus ebenfalls einen anderen Aufgabenvorschlag gewählt. "Damit gab es keine Probleme — ich sehe deshalb keinen Bedarf", sagt Malecki. Vielen Leverkusener Schülern wird die Entscheidung sicherlich schwerer fallen.

(RP)
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