Neue Buch "Leben in Opladen" erschienen

Fotografische Reise : Opladener Stadt-Mosaik zum Stöbern

Hans-Erich Hofmann und Willy Borgfeldt haben ihre dritte fotografische Reise durch den Stadtteil veröffentlicht: „Leben in Opladen“.

Es war tatsächlich ein Zufallstreffer, dass Willy Borgfeldt genau zu der Zeit mit der Kamera durch die Fußgängerzone streifte, als vor der Aloysiuskapelle eine spontane „Diner en blanche“, ein Abendessen ganz in Weiß, stattfand. Weil dieses Foto besonders schön den Titel „Leben in Opladen“ vermittelt, kam es auch auf das Cover des neuen und bereits dritten Bildband „Eine fotografische Reise durch den Stadtteil“.

Wie beim 2014 entstandenen Buch „Wohnen in Opladen“, von dem bereits die zweite Auflage vergriffen ist, und dessen Nachfolger „Märkte & Feste in Opladen“ von 2016, stand zunächst die Auswahl der behandelten Motive und die dazugehörigen Geschichten. Das war wieder der Part von Hans-Erich Hofmann, der sich über ein Jahr Zeit nahm für die Recherche, bevor der Fotograf auf die Suche nach den passenden Motiven ging. Im Falle der Neuerscheinung waren das viele und meist lange Gespräche mit den Menschen, die tatsächlich in Opladen leben, arbeiten oder ihrem Hobby nachgehen. Und die damit ein Teil der Stadthistorie sind.

Bewusst beschränkt sich das eingespielte Duo auf Opladen, denn: „Hier kennen wir uns aus, und man kennt uns.“ Das öffnete natürlich manche Tür. Denn Hofmann ist vielen aus seiner Zeit als Mandatsträger bekannt, der sein „Büro“ an mehreren Tagen pro Woche im Eiscafé Panciera aufschlug. Dort sprach man ihn an, um auf Missstände hinzuweisen oder Anregungen für die Politik mitzugeben. Wie die beiden anderen Bildbände erhebt auch dieser keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es ist vielmehr eine Mischung, die etwas von den vielen bunten Splittern vermittelt, aus denen sich so ein Stadt-Mosaik zusammensetzt. Die Fotografien sind neu, in diesem Jahr aufgenommen, aber die Texte sind mit vielen Hinweisen in die Vergangenheit verknüpft. Denn wenn Hofmann den Förderpreis für vorbildlichen Denkmalschutz am Haus Birkenbergstraße 4 erwähnt oder einzelne Häuser in Menchendahler- und Altstadtstraße, dann erinnert er sich auch an die Menschen, die dort früher lebten. Wie bei einem realen Stadtrundgang setzten die Anblicke eigene Erinnerungen frei, die sich mischen mit den Geschichten der Einwohner, die Hofmann bei vielen Gesprächen gesammelt hat. Viel mehr übrigens als sich in dem gewünschten Verhältnis von Bild und Text unterbringen ließen. Die Beschränkung auf wenige Absätze und Bildunterschriften sei ihm schwer gefallen, gibt der Autor und Stadtteilkenner zu. Und so sprudelt er über beim Durchblättern des 120 Seiten starken Buches, das im selben quadratischen Format wie die beiden Vorgänger erschien. Geschichten, die er in den Cafés Waldhaus Römer, Zettel’s Traum oder Nöres ebenso sammelte wie in der Casa Iberica oder im Fein-Kochtopf und nicht zuletzt in den Lokalen der Neuen Bahnstadt Opladen, denen man ein eigenes Kapitel widmete.

Buch Leben in Opladen Kölner Straße. Foto: Hofmann/Borgfeld
Ein Stück Heimat und zeitlos schön: das Café Nöres an der Düsseldorfer Straße. . Foto: Hofmann/Borgfeld

„Wir wollten zeigen, dass sich dort eine lebendige Szene entwickelt hat“, erklärt er. Einen Schwerpunkt bildet die Kultur mit den Orten Festhalle, Künstlerbunker, Junges Theater und Elobas Malschule. Außerdem vertreten sind der Bauverein GBO, das Upladin, die AOK, das Ceramic Centrum von Bernhard Hohns, die Schulen Marianum und Berufskolleg, die Wäscherei Frank oder die „Britische Zone“ an der Bracknellstraße. Zum Schluss stellt sich noch die Bezirksvertretung II vor.

Mehr von RP ONLINE