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Leverkusen: Neue "Blitze": Stadt weist Abzockkritik zurück

Leverkusen : Neue "Blitze": Stadt weist Abzockkritik zurück

Die neue mobile Radarfalle der Stadt Leverkusen sorgt bereits für Aufregung. Die mobil einsetzbare Digitalkamera ist, wie unsere Zeitung berichtete, flexibler und abbildungssicherer zu nutzen als die bisherige Analogkamera, die immer mit demselben Pkw verbunden war. Ratsmitglied Uwe Becker befürchtet nun aber, dass die neue Radarfalle doch vornehmlich "zur Abzocke" für den städtischen Haushalt herhalten soll.

Dabei sei sie doch angeschafft worden, um der Gefahrenabwehr und dem Lärmschutz zu dienen, erinnert er an die Wogen, die die politische Diskussion um dieses Radarfalle bereits geschlagen hat. Dem Stadtsprecher Michael Wilde wirft Becker vor, er habe den Eindruck erweckt, dass sich die Stadt durch diese neue Anlage in erster Linie höhere Einnahmen verspreche. Becker spricht von "Abzocke".

Wilde sagt aber dazu: "Natürlich geht es in erster Linie um Sicherheit, aber es wäre unredlich, nicht einzugestehen, dass es auch zu Mehreinnahmen kommen kann." Becker will aber wachsam bleiben. Deshalb verweist er auf die Liste der 276 Radarmesspunkte, die auf Anforderung aus der Politik durch das Straßenverkehrsamt vorgelegt worden sei. Er habe sich selbst davon überzeugt, dass diese Liste tatsächlich sicherheitsrelevante Radarmessungen beispielsweise in Tempo-30-Zonen beinhalte.

Der Pressesprecher der Stadt hatte gegenüber unserer Zeitung auch darauf hingewiesen, dass die neue mobile Radarkamera im Gegensatz zu der alten Anlagen auch in unfallträchtigen Kurven aufgebaut werfen kann, die dafür bekannt sind, dass dort gerast wird. 450 Messpunkte beinhaltet die Liste der mit der neuen Anlage geplanten Radarmessungen, die jetzt nach und nach abgearbeitet werden sollen.

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Die Stadt hat in der vergangenen Woche mit den ersten Messungen begonnen. Eine erste Bilanz soll es erst zum Jahresende geben und damit dann auch eine Entscheidungsgrundlage für den Stadtrat, ob weitere solcher mobilen Digitalanlagen angeschafft werden sollen. Denn die Zeiten der Analogkameras laufen aus. In absehbarer Zeit wird es keine Filme mehr geben.

Die erzieherische Wirkung der neuen Radarfalle und damit die Gefahrenabwehr im Straßenverkehr tritt aber übrigens erst mit einer gewissen Verspätung ein. Das Gerät blitzt nicht. Und da der mit der Kamera eingesetzte Pkw häufig gewechselt werden soll, lässt sich die Anlage auch schwer erkennen, geschweige denn andere Autofahrer ließen sich vorwarnen. Dafür soll dann aber die schriftliche Benachrichtigung an die Temposünder einen umso größeren erzieherischen Effekt haben: Gestochen scharfe Bilder von Nummernschild und Fahrer, die auch vor Gericht standhalten, verspricht die neue Digitalkamera.

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(RP/ac)