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Leverkusen: Neue Bahnstadt: Kosten steigen um 7,7 Mio

Leverkusen : Neue Bahnstadt: Kosten steigen um 7,7 Mio

Das Projekt "Neue Bahnstadt" gerät – politisch gesehen – in stürmische See. Gestern berichtete die Bahnstadt-Geschäftsführerin schriftlich, dass die Kosten im Vergleich zu Januar 2012 um 7,7 Mio Euro steigen. Dies hat viele Gründe.

Das Projekt "Neue Bahnstadt" gerät — politisch gesehen — in stürmische See. Gestern berichtete die Bahnstadt-Geschäftsführerin schriftlich, dass die Kosten im Vergleich zu Januar 2012 um 7,7 Mio Euro steigen. Dies hat viele Gründe.

 Die Bahnstadt-Realisierung ist eine finanziell anstrengende Angelegenheit: Der Bau der Brücken verteuerte sich beispielsweise wegen nicht eingeplante Auflagen der Bahn, durch höhere Stahlpreise und mehr Stahlbeton.
Die Bahnstadt-Realisierung ist eine finanziell anstrengende Angelegenheit: Der Bau der Brücken verteuerte sich beispielsweise wegen nicht eingeplante Auflagen der Bahn, durch höhere Stahlpreise und mehr Stahlbeton. Foto: Miserius

Eine gute Nachricht hatte Bahnstadt-Chefin Vera Rottes gestern doch: Der Bereich Bahnstadt-Ost wurde ohne Kostenerhöhungen realisiert, was bei kommunalen Projekten angesichts der Preisexplosionen (Elb-Philharmonie, Flughafen Berlin) fast an ein Wunder grenzt. Noch drehen sich auf dem Areal der früheren Bahnwerkstätten (Werkstättenstraße bis Quettingen) die Kräne und dröhnen die Abrissbagger, da ist schon eine erste Familie in ihr Haus eingezogen. Auch für das alte Kesselhaus geht es voran: Die Bewerbungen von vier Investoren liegen vor. Sie wollen das denkmalgeschützte Gebäude für Wohnen, Gewerbe oder Sportaktivitäten nutzen. Im Mai soll die Entscheidung fallen, wer den Zuschlag bekommt.

Die Kostensteigerung Trotz der rund acht Millionen Euro Kostensteigerungen in den kommenden sieben Jahren steigt der Eigenanteil der Stadt für die Bahnstadt nur um 2,5 Millionen Euro im Vergleich zu den Zahlen von Januar 2012 (jetziger städtischer Gesamtanteil an der Bahnstadt: 24,6 Millionen Euro). Bemerkenswert: Im Januar 2010 lag der Eigenanteil vor dem Abspecken der Projekte höher: bei 27,5 Millionen Euro. Insgesamt liegen die Kosten für die Reaktivierung des Bahngeländes bei 119 Millionen Euro (davon: Zuschüsse 54 Millionen, Grundstückserlöse: 41 Millionen).

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Eine Sparaktion Die beiden Fußgänger-/Radfahrerbrücken verteuern sich um rund 2,5 Millionen. Ausgelöst wird dies durch höhere Stahlpreise und größere Stahlmengen, als berechnet war. Auch die Menge des Stahlbetons nahm bei der Feinplanung zu. Zu verkraften sind auch allgemeine Baukostensteigerungen und nicht eingeplante Bahn-Sicherheitsauflagen.

Zudem musste die Stadt in die Oberleitungen im Bereich Bahnhof und Gütergleise "Streckentrenner" einbauen lassen (Kosten: um die 250 000 Euro). Damit kann die Bahn einzelne Gleisabschnitte stromlos schalten, wenn etwa Brücken montiert werden. Ohne diese "Trenner" müsste der ganze Bereich Bahnhof abgeschaltet werden. Um dennoch im Finanzrahmen zu bleiben, verzichtet die Bahnstadt auf den Bau des geplanten Tunnels zu den Bahngleisen, die damit teils nur über die Bahnhofbrücke erreichbar sein werden.

Die Probleme im Westen Die Kostensteigerungen im Westen haben eine Vielzahl von bisher nicht diskutierten Gründen. Nach Verlegung der Gütergleise an die Personenzugstrecke fallen etwa die kostenfreien Parkplätze (P&R) am Bahnhof weg. Sie wurden vom Land bezuschusst. Der Effekt: Dafür und für andere Maßnahmen wird die Stadt um die 2,3 Millionen Euro ans Land zurückzahlen müssen.

Größter Kostentreiber ist der Bau der neuen Bahnallee, der vom Land geringer gefördert wird. Die Zuschusshöhe wurde um fünf Prozent gesenkt. Mit anderen Kürzungen bzw. zusätzlichen Baumaßnahmen wie Geländeanhebungen steigt der Stadtanteil an Bahnallee und anderen Maßnahmen um 1,6 Mio. Weitere Unsicherheiten bei den Kosten schließt die Stadt nicht aus. Nur der städtische Beitrag zur Gütergleisverlegung bleibt: sieben Mio Euro.

(RP/jco)