Neue Ausstellung im Künstlerbunker Leverkusen

Künstlerbunker : Kinderszenen auf Blümchenstoff

Malerin Regine Schirmer zeigt jetzt im Künstlerbunker diese Übertragungen.

Beim Blättern in Fotoalben aus Kindertagen kommen Erinnerungen an bestimmte Szenen oder Ereignisse hoch und Bilder, die gar nicht eins zu eins mit der Aufnahme übereinstimmen müssen. Die Malerin Regine Schirmer hat daraufhin Fotografien ihres Vaters untersucht und hat sie, entsprechend überarbeitet, auf große Leinwände übertragen. Ab Sonntag zeigt sie zwei Serien „Kindertage“ als Gast der Ateliergemeinschaft in der Galerie Künstlerbunker.

Bei der Übertragung waren Regine Schirmer nicht alle abgebildeten Personen gleich wichtig. Auf der Leinwand hat sie deswegen einige Figuren mit einem Graugrün-Ton vollständig übermalt. Wobei die Umrisse dieser Farbflächen die ausradierten Verwandten und Bekannten durchaus erkennen lassen. Auf diese Weise entstanden große Freiflächen, die den verbliebenen Familienmitgliedern neue Räume eröffnete und beispielsweise die Haltung der Mutter, die gerade ein Kleinkind füttert, in den Vordergrund rückt. Auf diese Weise hat sie die Abbildung von der ganz persönlichen Ebene auf eine allgemeine gehoben.

Jeder hat solche Szenen von wilden Spielen im Freien, von Kindergeburtstagen oder dem Picknick im Grünen in seiner Erinnerung gespeichert. Und den Älteren ist auch die abgebildete Kleidung der 50er- und 60er Jahre sehr vertraut. Während Schirmer die Gesichter gegenüber der Fotografie deutlich reduziert hat, legte sie bei Kleidung und Stoffen größeren Wert auf Originalität. An die könne sie sich besonders gut erinnern, erzählt die Malerin, die neben Kunst auch Textilgestaltung studiert hat. In der jüngeren Serie in dieser Ausstellung hat sie beides zusammengeführt. Ihrem Thema ist sie dabei treu geblieben.

Nach wie vor beschäftigt sie sich mit den real überlieferten Bildern ihrer Kindertage und gleicht sie mit denen im Kopf ab. Aber inzwischen spannt sie gemusterte Stoffe, die sie geerbt oder auf Trödelmärkten gefunden hat, auf Keilrahmen und benutzt sie als Malgrund. Das ist schon eine Herausforderung, eine bestimmte Szene auf einen Streifenstoff, ein Karomuster oder sogar ein Stück bestickte Tischdecke zu bringen und dafür zu sorgen, dass beides zu seinem Recht kommt, ohne sich gegenseitig zu verschlucken. An einigen Stellen überwiegt das gemalte Fotomotiv und überdeckt die Stoffgestaltung, während an anderen das Muster teils über Kopf und Körper der abgebildeten Personen klettern darf. Nicht zufällig, sondern genau abwägend, vor allem aber mit einer gewissen Portion Humor.

Die Ausstellung „Kindertage“ wird am Sonntag, 2. Juni, 11.30 Uhr in der Galerie Künstlerbunker, Karlstr. 9, eröffnet und ist dort bis 29. Juni zu sehen. Geöffnet: Mi, Fr, Sa 16 bis 18 Uhr.

Mehr von RP ONLINE