Neubau der EVL in Leverkusen soll bis 2022 fertig sein

Pläne des neuen Chefs : Neubau der EVL soll bis 2022 fertig sein

Der neue Unternehmenschef Thomas Eimermacher ist gut angekommen und hat bereits viele Pläne.

Die Pläne für einen Verwaltungsneubau der Energieversorgung Leverkusen (EVL) am Overfeldweg konkretisieren sich. Innerhalb der kommenden drei Jahre soll der Neubau gebaut werden und bezugsfertig sein. Diesen Zeitrahmen nannte EVL-Chef Thomas Eimermacher im Gespräch mit unserer  Redaktion. Der langjährige Fraktionschef der Leverkusener CDU ist seit Anfang des Jahres in neuer Funktion tätig. „Ich bin gut angekommen und wurde gut aufgenommen“, sagt Eimermacher.

„Hervorragende Mitarbeiter“ hätten ihm den Einstieg im städtischen Energieunternehmen leicht gemacht. Auch seine jahrzehntelange Erfahrung in der Energiewirtschaft habe geholfen, ebenso wie seine Kenntnisse von Strukturen und Personen im städtischen Geschehen. Mit Blick auf den geplanten neuen Verwaltungsbau spricht Eimermacher von Investitionen in doppelter Millionenhöhe. Rund 150 der 380 EVL-Mitarbeiter arbeiten derzeit in dem maroden Verwaltungsbau (Baujahr 1967), für den eine Grundsanierung nicht mehr in Frage gekommen wäre. Deshalb habe es in den Aufsichtsgremien ein klares Votum für einen Abriss und Neubau gegeben.

Durch Modulbauweise, bei der vorgefertigte Elemente am Bauplatz zusammengesetzt werden,  soll die Bauzeit so kurz wie möglich gehalten werden. Die städtische Wohnungsgesellschaft WGL habe bereits gute Erfahrungen mit dieser Bautechnik gemacht, berichtet Eimermacher. Als Übergangsquartier sollen Container-Unterkünfte auf einer Ausweichfläche am Wasserturm genutzt werden.

Das EVL-Gebäude am Overfeldweg soll durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Als wichtige Zukunfts- Und Geschäftsfeld des Energieversorgers sieht Eimermacher die E-Mobilität. „Da müssen wir uns engagieren und Geld in die Hand nehmen.“ Konkret nennt der EVL-Chef den Ausbau eines stadtweiten Netzes von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge mit neuen Standorten etwa am Opladener Markt, in der neuen Bahnstadt, an der Kantstraße, in Rheindorf, am Forum und am Schlebuscher Marktplatz. Hinzukommen müssten Ladestationen in Privatgebäuden ebenso wie etwa auf den Betriebshöfen der Unternehmen. Allerdings müsse der Ausbau „mit Augenmaß“ erfolgen. Die Zahl der E-Fahrzeuge  in Leverkusen betrage derzeit gerade mal rund180.

Als weitere Projekte nennt Eimermacher die energiesparende Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik sowie An- und Abschaltautomatiken für weniger Stromverbrauch. Auch das Thema „Lichtverschmutzung“ sei wichtig, um Mensch und Tier vor unnötiger oder störender Beleuchtung zu schützen. Die energetische Erneuerung von rund 300 städtischen Gebäuden hat er ebenso auf der Agenda. Mit beiden Themen soll sich eine neue Dienstleistungsgesellschaft kümmern, über die die EVL derzeit mit der Stadtverwaltung im Gespräch ist.

Der starke Konkurrenzkampf mit privaten  Energieunternehmen bestimmt die strategischen Planungen der EVL weiterhin. Die jüngsten Pleiten der Bayerischen Energieversorgung  (700 Kunden in Leverkusen), der Energie Coop (100) und der Deutsche Energie GmbH (unter 100) wertet Eimermacher als „Signale“ für das Scheitern von eng kalkulierten Geschäftsmodellen, die etwa mit Kundenfangprämien arbeiten. „Das funktioniert auf Dauer nicht.“ Die EVL setze hingegen weiterhin auf  Service und eine enge Kundenbindung eines lokal verwurzelten Anbieters. „Wir kümmern uns noch persönlich um den Kunden,  bei uns landet man nicht im Call-Center in Rumänien.“

Von einer derzeit diskutierten CO2-Steuer hält der EVL-Chef wenig. „Das würde die Energiepreise weiter hoch treiben“. Um den Leverkusener Energieversorger macht er sich keine Zukunftssorgen. Das Unternehmen sei gut aufgestellt. Seine Überschaubarkeit, „kurze Wege, flache Hierarchien“ sieht er als Vorteile. Verbesserungsmöglichkeiten sieht er allenfalls noch im Betriebsklima. „Wir müssen vernetzter und teamorientierter werden.“              

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