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Naturschützer zählen Leverkusener Gartenorchideen

Naturschützer bitten um Mithilfe : Leverkusener zählen Gartenorchideen

Die Leverkusener Naturschutzverbände bitten die Bürger, Standorte der breitblättrigen Stendelwurz zu melden. Denn der Bestand auch dieser eigentlich recht häufigen und robusten Art geht wegen sich verschlechternden Lebensbedingungen zurück.

Die breitblättrige Stendelwurz ist die in Leverkusen häufigste einheimische Orchidee, die auch in so manchem Garten von Natur aus wächst. Um mehr über die Verbreitung dieser Pflanze zu erfahren, bitten Naturschützer – wie schon in den vergangenen Jahren – die Leverkusener um Unterstützung bei der Zählung der Stendelwurz. „Bitte melden Sie Ihre Funde auch, wenn Sie diese in einem der Vorjahre schon gemeldet haben“, schreibt Regine Kossler, Pressesprecherin von Nabu und BUND Leverkusen.

Beide Naturverbände machen jedes Jahr eine Karte von den Standorten und können so über die Jahre die Entwicklung und Veränderung der Orchideenstandorte in Leverkusen beurteilen. Durch die vielen Rückmeldungen der Leverkusener in den letzten Jahren habe man schon deutlich mehr erfahren über das Vorkommen dieser Pflanze. „Fast 70 Standorte sind inzwischen in Leverkusen bekannt“, berichtet Koller. In Gärten bevorzuge der Stendelwurz ungedüngte und ungespritze Bereiche.

Die Pflanze wird bis zu 80 Zentimeter groß und blüht mit 25 bis 80 weißrosa-, violettfarbenen oder grünlichen Einzelblüten pro Stengel. Zu finden ist sie den Naturschützern zufolge in der Zeit von Juni bis August an lichten bis halbschattigen Standorten wie Waldränder, Lichtungen oder Gärten. „Und wie immer gilt auch hier: mit den Augen genießen, aber niemals ausreißen oder pflücken“, mahnen BUND und Nabu.

Die Gartenorchidee locke Wespen mit einem Duftstoff an, der ihnen Beute signalisiere. Der Duft ähnele einer Kohlweißlingsraupe, mit der die Wespen gerne ihren Nachwuchs ernähren. „Die Insekten finden am Ziel zwar keine Beute, aber auch etwas Leckeres: ein reiches Nektarangebot. Einmal vor Ort übernehmen sie mittels eines raffinierten Systems die Bestäubung der Orchideen.“
Die breitblättrige Stendelwurz wurde 2006 zur Orchidee des Jahres gewählt. Der Arbeitskreis heimischer Orchideen (AHO) wollte dadurch darauf hinweisen, dass der Bestand auch dieser eigentlich recht häufigen und robusten Art aufgrund der schlechteren Lebensräume inzwischen zurückgeht.

Durch die Hilfe der Bürger soll die Verbreitungskarte dieser Orchidee für Leverkusen vervollständigt werden. „Nur so können wir weiterhin registrieren, wenn der Bestand der Pflanze zu- oder abnimmt“, erklärt Regine Kossler. „Dadurch kann die Orchidee eine Rolle als Bioindikator übernehmen und uns wichtige Informationen über die Änderungen unserer Umwelt liefern.“ Genaue Ortsangaben und Anzahl der Pflanzen, die die Leverkusener entdecken, erleichtern den Naturschützern die Auswertung.

Hinweise – am besten mit Foto – nehmen Nabu und BUND per Mail entgegen: meldungen@nabu-leverkusen.de, Bürger können ihre Nachricht aber auch auf dem Anrufbeantworter hinterlassen: Telefon 0214 506424.