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Närrische Kolpingsfamilien in Opladen lädt zur Familiensitzung

Familiensitzung in Opladen : Jecke Tränensitzung mit viel Herz

Am Sonntag wurde ausgelassen gefeiert. Wehmut kehrte ein, als sich Britta Schumacher und Jörg Mönchmeyer verabschiedeten.

Die auch als „Tränensitzung“ bekannte Familiensitzung der Närrischen Kolpingsfamilie Opladen machte ihrem Namen mal wieder alle Ehre. Zwar zeigte Prinz Thorsten I. am Sonntag bei seinem letzten Auftritt im Sitzungskarneval keine Tränen. Diese flossen aber kurze Zeit später, als sich zwei Mitwirkende des Tanzcorps „Echte Fründe“ aus Flittard für immer von der Bühne verabschiedeten: Britta Schumacher sowie Tanzoffizier und Vorsitzender Jörg Mönchmeyer. Schumacher dürfte in Opladen wohl bekannt sein: Sie ist Ex-Marie der Neustadtfunken und hatte ihre Karriere als solche schon 2013 in der ehemaligen Stadthalle Opladen beendet. Nach einem letzten furiosen Auftritt der gesamten Gruppe trat sie diesmal in der Stadthalle Bergisch Neukirchen endgültig in den tänzerischen Ruhestand. Das heißt, sie geht nicht so ganz, denn als Trainerin des Neustadtfunken-Tanzpaares bleibt sie weiterhin aktiv.

Die Stimmung und die Temperatur im Saal waren schon gut vorgeheizt, als Prinz Thorsten mit großer Begleitung in den Saal marschierte. „Es ist Wahnsinn“, sagte er kurz darauf, „wie schnell die Zeit seit dem 11.11. vergangen ist. Am liebsten würde ich sie festhalten. Das geht leider nicht. Was auf jeden Fall bleibt, sind viele schöne Erinnerungen.“ Zwischenzeitlich war bekannt geworden, dass beim vom Sturm bedrohten Opladener Rosenmontagszug weder Aufbauten, noch große Fahnen oder Pferde erlaubt sein sollten. Dennoch versprach der Narrenfürst seinen jecken Untertanen im seit langem ausverkauften Saal: „Wir starten auf jeden Fall.“ Was dann ja auch funktionierte.

Der Abend wurde unter anderem gestaltet durch Rednerin Anne Vogd, die für ihren Beitrag als Multifunktionsfrau mit einer donnernden Rakete belohnt wurde. Nicht minder zu begeistern wussten die Bigband „Kölsche Adler“ und das Team „Et Zweijestirn“ mit parodistischem Gesang. Einige, bislang in der Stadt noch unbekannte Künstler wie die Kölner Musiker „Rhing Bloot“ und das Rednerduo „Woosch un Wööschje“ kamen sehr gut beim Publikum an. Versiert und immer wieder gerne bei Kolpings zu Gast ist der aus Schlebusch stammende Regierungsdirektor und promovierte Jurist Jens Singer, der eine tolle Büttenrede als „Schofför der Kanzlerin“ ablieferte. In diese Rolle schlüpft er inzwischen seit zehn Jahren. Wie es nach der elften Session bei ihm weitergehe, wenn Kanzlerin Angela Merkel quasi aus seinem Auto aussteige, bleibe abzuwarten, sagte Singer. „Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass sie geht. Denn ich brauche mal wieder einen neuen Fahrgast. Eine Karrenbauer wäre auch nicht schlecht, oder?“