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Nachbarschaftscafé in Leverkusen

Neues Nachbarschafts-Café : Kaffee, Kuchen, Klönen in Manfort

Stadtteilprojekt „Glim“: In Manfort wurde ein Nachbarschaftscafé eröffnet und das Einjährige des Umsonstladens gefeiert.

Fast hätte es beim Nachbarschaftszentrum in der Johanniskirche in Manfort „Dreifaches Alaaf“ heißen können. Doch da die fünfte Jahreszeit noch nicht offiziell begonnen hat, schlugen die Organisatoren den korrekten Weg ein. Denn gleich drei besondere Ereignisse gaben Anlass zu feiern.

Der Umsonstladen feierte ein besonderes Datum. Teller, Töpfe, Besteck oder Eierkocher – Dinge des alltäglichen Bedarfs eben – können dort seit eben genau einem Jahr von Besuchern des Ladens für den eigenen Bedarf mitgenommen werden, und zwar kostenlos. Das Diakonische Werk Leverkusen betreibt den Laden vor Ort. Die Leitidee ist Nachhaltigkeit, ausrangierte Gegenstände sollen eine zweite Chance erhalten, statt auf dem Müll zu landen.

Dabei richtet sich das Angebot an alle Menschen. „Es geht nicht darum, ob jemand bedürftig ist“, sagt Martina Weber von der Diakonie, die für das „GLIM – Gemeinsam leben in Manfort“-Projekt verantwortlich ist.

Zum Zweiten wurde jetzt das Nachbarschaftscafé „Café Manfort“ eröffnet. Unter dem Motto „Kaffee, Kuchen, Klönen“, darf sich dort die Manforter Nachbarschaft zwanglos näher kennen lernen und miteinander ins Gespräch kommen. Jeden Montag ist das Café von 15 bis 17.30 Uhr geöffnet und bietet Plätzchen, Kuchen und Kaffee gegen Spende. Angedacht ist hierbei, das Café im kommenden Jahr um ein Beratungsangebot für den Stadtteil zu erweitern.

Den großen Kern der dreifachen Feier bildete die Scheckübergabe an vier Institutionen, die sich in Manfort für Kinder- und Jugendarbeit einsetzen: die katholische junge Gemeinde St. Joseph (KjG), das Jugendwerk mit seinem Standort im Nachbarschaftszentrum, der Förderverein der Regenbogenschule und Fidelio Manfort. 2000 Euro kamen beim jüngsten Stadtteilfest zusammen, die in gleichen Teilen auf die vier Vereine verteilt wurden. „Über die 500 Euro freuen wir uns sehr“, sagt Matthias Probst von der KjG. „Wir wollen im nächsten Jahr ein größeres Fest den Kindern und jungen Leuten anbieten, da brauchen wir jeden Euro.“ Seit mehr als einem Jahrzehnt ist er mit Simon Lucas mit von der Partie. „Kinder- und Jugendarbeit ist elementar und gibt auch viel zurück“, ergänzt Lucas.

Dem stimmte auch Hans Höroldt zu. Dem Leiter des Diakonischen Werkes war es wichtig, dass die Menschen in Leverkusen wahrnehmen, dass sich  in Manfort etwas entwickele. Die Jugendarbeit sei ein gutes Zeichen hierfür, aber eben auch der Umsonstladen und das neu gegründete Nachbarschaftscafé, sagt Höroldt.

Zum Hintergrund: Gemeinsam leben in Manfort, kurz „Glim“, lautet der Name des Projekts des Diakonischen Werks Leverkusen in Manfort. Es hat das erklärte Ziel, dass die Bürger selbst aktiv werden bei der Gestaltung ihres Stadtviertels.  Dabei gehe es nicht nur darum, der Politik und Verwaltung ein Forderungspaket zu überreichen, sondern auch selbst die Ärmel hochzukrempeln und mit Bürger-Hilfe Angebote und kleine Projekte zu entwickeln und umzusetzen, heißt es.  2018 gab es unter anderem einen Kindertrödelmarkt und das Stadtteilfest.