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Nach der Flut: Realschule in Opladen muss kernsaniert werden

Nach der Flut – Stadt Leverkusen bilanziert Schäden an Gebäuden : Realschule in Opladen muss kernsaniert werden

Selbst Stahltüren gaben der Flutwelle nach. Die Sanierung der Opladener Schule dauert mindestens ein Jahr. Die Schüler ziehen in der Zeit nach Steinbüchel um. Auch die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums und der Remigiusschule müssen wegen Sanierungen den Schulort wechseln.

Glasscheiben haben dem Druck der Wasssermassen nachgegeben, Rigips-Wände, Stahltüren auch. Was bleibt, wenn das Wasser wieder abzieht: ein Haufen Elend, Sanierungsbedarf und insgesamt 2323 Schüler, die nach den Sommerferien einen neuen Weg zur Schule einschlagen müssen.

Die Theodor-Heuss-Realschule an der Wupper hat die Flut am ärgsten getroffen. Rückbau bis zum Rohbau in den unteren Etagen. Die Stadt hat am Freitag eine erste Bilanz zu den Schäden an den drei am stärksten von der Flut betroffenen Schulen vorgestellt. Und die sieht nicht nur schlimm aus, sondern verheerend.

 Das Lehrerzimmer ist ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.
Das Lehrerzimmer ist ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Foto: Miserius, Uwe (umi)

„Die KGS Remigius-Schule ist am unproblematischsten. Es war nur der Keller überflutet“, berichtet Maria Kümmel von der städtischen Gebäudewirtschaft. Aber: „In dem Schulkellern ist sehr viel Technik untergebracht, Sicherheitsbeleuchtung, EDV und Telefon, Amokalarmierung, Heizung“, zählt sie auf. Im Falle Remigiusschule sind auch zwei Unterrichtsräume betroffen, zudem Bereiche des OGS-Gebäudes, auch der Keller der Bielerthalle, ebenfalls mit Technik versehen.

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Dramatisch ist die Lage in der Realschule in Opladen: Der Keller war voll, das Erdgeschoss bis zu einer Höhe von 1,50 Metern. Die Technik ist hin, ebenso zwei PC-Räume. Im Altbau habe das Wasser nur zehn Zentimeter hoch gestanden. Dennoch: Boden, Estrich, Rigips-Wände müssen raus. „Wir müssen nun vor allem wegen der sich in Windeseile ausbreitenden Schimmelbildung handeln, deren Ausbreitung eindämmen“, betont Kümmel. Auch die Sporthalle ist nicht verschont geblieben. Ein Neubau sei schon vor der Flut diskutiert worden. „Da muss man abwägen, ob sich eine Sanierung noch lohnt.“

 Dieser Computer-Raum im Schulkeller ist komplett verwüstet.
Dieser Computer-Raum im Schulkeller ist komplett verwüstet. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Und auch das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium hat es getroffen: Keller deckenhoch mit Wasser voll, eine Sporthalle betroffen, in der Dreifach-halle nur die Umkleiden und der Flur. Das Problem: Für die laufende Sanierung der Aula waren Materialien im Keller gelagert. Dort war auch die denkmalgeschützte Wandvertäfelung der Aula untergebracht „Die ist hin“, merkt Maria Kümmel an. Sie und Baudezernentin Andrea Deppe schätzen die Sanierungskosten für die drei Schulen auf einen Betrag im zweistelligen Millionenbereich. Die Sanierung der Realschule werde mindestens ein Jahr dauern, die des Gymnasiusm mindestens ein halbes, auch in der Grundschule wird die Stadt einige Monate zu tun haben.

Deswegen hatte Schulamtsleiterin Carolin Maus eine ganz andere Baustelle abzuarbeiten: Wo sollen in der Bauzeit die 2323 betroffenen Schüler untergebracht werden? Noch dazu coronakonform und unter Wahrung der eigenen Schulschwerpunkte? Die Lösung: Nach den Ferien werdend die 455 Opladener Grundschüler in den Neubau der Gesamtschule Schlebusch ziehen, acht Klassen kommen dort im Bestandsbau unter, in den sich auch die Gesamtschule zurückzieht. Die 1031 Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule ziehen in die Dependance Elbestraße der Käthe-Kollwitz-Schule in Rheindorf und ins VHS-Gebäude Elbestraße. Und die 834 Realschüler lernen in der Montanus-Realschule und Bereichen der Grundschule Heinrich-Lübke-Straße. „Im Herbst sollen 13 bis 14 Räume in Containern an der Steinbücheler Straße entstehen, die die Raumsituation entzerren“, erläutert Maus. Die Eltern sind am Freitag informiert worden.

Weil sich der Schulweg ändert und mit Busfahrten verbindet, wird für die Grundschüler ein separater Bustransport organisiert, verspricht Maus. Mit der Wupsi laufen Gespräche über mögliche Zusatzbusse für die Schüler der weiterführenden Schulen und über die Frage, „wie man es schafft, innerhalb von drei Wochen mehr als 1000 Fahrkarten auszustellen“, sagt Carolin Maus. Dass auf die Schüler weitere Schulwege zukommen, habe sich nicht vermeiden lassen. „Wir wollten, dass die Schulgemeinschaften so gut wie möglich zusammenbleiben und lernen können“, betont Maus.