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Leverkusen: Nach Amok-Einsatz in Köln: Schulen sollen den Notfall üben

Leverkusen : Nach Amok-Einsatz in Köln: Schulen sollen den Notfall üben

Bei Gefahr übernehmen Polizei und Feuerwehr das Kommando, die Schulleiter haben zu gehorchen.

Einen orangefarbenen Ordner haben alle Leverkusener Schulleiter stets griffbereit. Darin befinden sich nämlich die Notfallpläne für die Situationen, die niemand wirklich erleben möchte. Ob bei Amoklauf, Bombendrohung, Einbruch, Feuer oder einem Gasaustritt - in den orangefarbenen Ordnern stehen alle wichtigen Kontaktdaten, wer wann zuerst zu alarmieren und wie zu handeln ist: Das berichtet Schuldezernent Marc Adomat auf Nachfrage.

Denn in der Nachbarstadt Köln gab es erst am Montag einen Fall, bei dem der Notfallplan an einem dortigen Gymnasium zum Einsatz kommen musste. "Vermutete Bedrohungsanlage", hieß es im Polizeideutsch, was sich am Gymnasium Kreuzgasse in Köln abgespielt hatte. Vier Schüler aus einer sechsten Klasse hatten ihrer Lehrerin berichtet, sie hätten einen Mann im Schulgebäude gesehen, der vermutlich eine Pistole in der Hand hatte. Daraufhin alarmierte die Lehrerin die Polizei. Ein Riesenaufgebot an Spezialeinsatzkräften und sogar Hubschrauber suchten die Schule und das Gelände ab, allerdings ergebnislos. Ob die Kinder den Mann erfunden, oder ob er existiert und geflüchtet war, ließ die Polizei nach ihrem Einsatz offen.

Die Stadt Köln erinnerte aus diesem aktuellen Anlass aber erneut an die Notfallpläne, die übrigens dieselben seien wie in Leverkusen, weiß Adomat. In ganz NRW lägen diese Notfallpläne in allen Schulen aus: "Und ich gehe auch davon aus, dass in den Leverkusener Schulen das Verhalten im Notfall nach diesen Plänen regelmäßig trainiert wird", sagt der Schuldezernent.

So schreiben die Notfallpläne bei einem Verdacht auf einen Amoklauf oder sonstige Gefährdungen als Erstes den Notruf an die Polizei vor. Wichtig sodann: "Polizei und Feuerwehr treffen bei besonderen Gefahrenlagen grundsätzlich alle notwendigen Entscheidungen. Schulleitung und Lehrkräfte müssen diesen Anweisungen Folge leisten", heißt es in den Ordnern. Auch in Leverkusen werde, wie jetzt in Köln geschehen, nach möglichen Gefahrenlagen in Schulen anschließend der Schulpsychologische Dienst der Stadt eingeschaltet, betont Adomat.

In seiner Dienstzeit in Leverkusen habe es fünf oder sechs Mal Gefahrenalarm aus Schulen gegeben, wobei sich alle aber als harmlose Fälle herausgestellt hätten: "Darunter waren so Sachen, wenn Schüler zum Beispiel irgendetwas an die Toilettenwände schreiben, um ihren Frust wegen einer schlechten Note abzulassen, oder weil sie vielleicht gemobbt werden", berichtet Adomat. Die Schulen müssten aber alle Androhungen zunächst ernst nehmen und den gesamten vorgeschriebenen Notfallplan dann auch in Gang setzen. Er warne aber vor Hysterie, betont der Schuldezernent.

Es habe auch schon Vorfälle in Schulen gegeben, wo er mit den Psychologen und weiteren Experten eigens Elternabende anberaumt habe, um die Ruhe wiederherzustellen, erinnert sich Adomat. Da sei dann auch der Notfallplan den Eltern erklärt worden, damit sie wissen, dass alles Erdenkliche für die Sicherheit ihrer Kinder getan und auch bei einem bloßen Verdacht, sofort gehandelt werde.

Zuletzt hatte es im August an der Realschule Am Stadtpark eine bedrohliche Situation gegeben. Ein ehemaliger Schüler soll sich dort mit einer Schusswaffe auf dem Schulgelände gezeigt haben. Die soll aber nur eine Schreckschusspistole gewesen sein. Die Polizei hielt die Realschule aber im Blick, nachdem der Unterricht wieder aufgenommen wurde. Die Bezirksregierung war über die Vorkommnisse informiert worden.

(RP)