Muttertag: Ehrenamtliche schenken Familien Zeit

Leverkusen: Zum Muttertag einfach Zeit schenken

Das Ehrenamtlichen-Projekt "wellcome" des Kinderschutzbundes unterstützt frischgebackene Eltern im Alltag.

Einmal im Jahr, daran erinnern die Auslagen in den Blumengeschäften, Chocolaterien und Parfümerie, ehren Kinder ihrer Mutter. Morgen ist es wieder so weit und viele erfahrene Mütter rollen seit Tagen die Augen. Denn das schönste Geschenk für die Kümmerin der Familie ist Zeit. Und das vor allem, wenn das Kind noch die volle Aufmerksamkeit benötigt, sagt Roswitha Rheinbay.

Die Koordinatorin des ehrenamtlichen Projekts "wellcome", das seit 2014 vom Kinderschutzbund in Leverkusen angeboten wird, vermittelt Helfer an Familien, um sie für eine kurzem Zeit im Alltag zu entlasten. Denn so groß die Freude über den Nachwuchs ist und so spannend diese erste Kennlernzeit zwischen dem Frischgeborenen und seinen Eltern verläuft, so pechschwarz zeichnet sich häufig der Schlafmangel unter den Augen der frischgebackenen Eltern ab. Die regenerierende Erholung in der Nacht, dass wissen junge Eltern, bleibt häufig aus, und der Alltag geht weiter.

Solch ein Dauerzustand aber kann sich negativ auf die Familie auswirken. Eine kleine Auszeit zwischendurch kann Wunder bewirken, weiß Rheinbay. "Man muss ja nicht immer warten bis man an seine Grenzen kommt", sagt auch Almuth Turkowski, Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Leverkusen. "Man kann die Hilfe auch in Anspruch nehmen, um einfach mal in Ruhe bummeln zu gehen."

Konkret hilft "wellcome" jungen Familien beim Handling mit dem Nachwuchs. Meistens bleibt die Frau allein mit dem Kind daheim, während der Partner arbeitet. Arztbesuche, Erledigungen mit Kleinkind - wenn es dann auch noch Zwillinge sind - gestalten sich häufig kompliziert. Die Ehrenamtler von "wellcome" - insgesamt sind es zehn Frauen, Mütter, Erzieher oder Lehrer, die sich mit Kindern auskennen - helfen da aus, wo es gerade nötig ist.

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Wie beispielsweise bei Erstmama Celine Hartmann: Die 40-Jährige hat vor vier Monaten ihre Tochter Mila Pyria zur Welt gebracht und ist froh, mit Sabine Strube (55) eine wertvolle Unterstützung gefunden zu haben, die ihr sonst gefehlt hätte. Denn Hartmanns Familie, darunter auch ihre Mutter, lebt in Indien. In einer Arztpraxis weckte der Flyer des Projekts ihr Interesse. Sie meldete sich: "Mein Mann war zuerst nicht so begeistert, aber jetzt ist er ganz froh, dass wir Frau Strube haben." Hartmann kann aufgrund eines Kaiserschnitts ihre Tochter nicht tragen. Dabei hilft ihr Strube. Wenn sie einkaufen gehen muss, zum Arzt, oder einfach nur einen Spaziergang mit ihrer Tochter unternehmen möchte, steht die 55-Jährige ihr zur Seite und trägt die kleine Mila Pyria. "Das ist ganz toll", schwärmt Hartmann, "und eine großartige Entlastung."

Strube selbst ist Mutter von zwei erwachsenen Töchtern und hat auch den ein oder anderen Trick auf Lager. Dass sie bei diesem Projekt mitmacht, erklärt die Ehrenamtliche, habe damit zu tun, dass sie nach einem längeren Auslandsaufenthalt eine sinnvolle Beschäftigung suchte. "Ich wollte in meiner Freizeit Menschen helfen, so bin ich hier gelandet." Und es macht ihr Spaß, wie sie sagt. "Es ist einfach eine ganz tolle Aufgabe." Im vergangenen Jahr nahmen zwölf Familien das Angebot des Kinderschutzbundes in Anspruch. Die Ehrenamtlichen begleiten die Familien in der Regel über mehrere Monate. Ein Spontaneinsatz ist nicht möglich. Das Projekt sucht weitere empathische Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen wollen und als Eltern oder beruflich Erfahrung mit Kindern haben. Interessierte, die das Angebot annehmen wollen, können sich beim Kinderschutzbund melden.

Kontakt Wer mehr über das Projekt "wellcome" erfahren möchte, kann sich bei Roswitha Rheinbay informieren, sie koordiniert das ehrenamtliche Projekt. Telefonisch unter 02171/581478 oder per Mail an: leverkusen@wellcome-online.de. Weitere Infos auf der Website www.wellcome-online.de.

(RP)
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