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Mutation: Stadt Leverkusen schließt zweites Heim

Vorsichtsmaßnahme in Leverkusen-Schlebusch : Mutation: Stadt schließt zweites Heim

Britische Mutation in Seniorenheim in Schlebusch festgestellt. Südafrikanische Variante bei Reiserückkehrern. Bayer produziert Impfstoff.

Bayer macht’s. Impfstoffproduktion Der Konzern wird Corona-Impfstoff produzieren. „Ich freue mich, mitteilen zu können, dass wir über die erforderlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten verfügen, den mRNA-basierten Impfstoff von Curevac herstellen zu können. Wir planen, im Jahr 2022 160 Millionen Dosen des Impfstoffs von Curevac herzustellen und deren Versorgungsnetz sowie die Gesamtkapazität mithilfe des Fertigungsnetzwerks von Bayer weiter auszubauen“, sagte Vorstandsmitglied Stefan Oelrich, Chef der Division Pharmaceuticals, am Montag. „Der erste Impfstoff ist möglicherweise bereits Ende dieses Jahres verfügbar.“ Der Konzern hatte im Januar bekannt gegeben, dem Tübinger Biotech-Unternehmen bei seinem Impfstoffkandidaten zu helfen – zunächst mit Fachwissen und Infrastruktur.

Impfung an Kliniken  Freitag hatten Utz Krug (Klinikum) und Thomas Karls (Kplus-Gruppe) Zweifel, ob am Montag Impfdosen für die Personalimpfung eintreffen. Gute Nachricht: Das Vakzin ist da. Remigius- und Josef-Krankenhaus haben 200 Dosen bekommen. „Geimpft werden die, die ein sehr hohes Expositionsrisiko haben – wie Kollegen der Intensivstationen und der Notaufnahmen“, sagt Kplus-Sprecherin Cerstin Tschirner. Das Klinikum hat auch eine Lieferung bekommen, erwartet für diese Woche 540 Impfdosen. Laut Prokurist Detlef Odendahl ist es nun Ziel, die Beschäftigten mit direktem Covid-19-Patientenkontakt zu impfen.

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Awo-Heim-Rheindorf Fünf infizierte Bewohner des Heims, in dem es im Januar zu einem Ausbruch mit der Mutation B.1.1.7 gekommen war (47 Bewohner infiziert, davon 15 gestorben; 26 Mitarbeiter infiziert) werden noch in Krankenhäusern behandelt, sagt die Stadt.

Tests in Altenheimen Der städtische Krisenstab hat wegen der britischen Virus-Variante (B.1.1.7) eine intensivierte Teststrategie für Pflegeheime beschlossen. Im Frühjahr 2020 habe die Stadt eine engmaschige Kontrolle für die Heime etabliert. Seitdem habe es wöchentliche PCR-Testungen des Personals gegeben. Im Dezember seien regelmäßige Schnelltestungen der Mitarbeiter durchs Land verpflichtend geworden. Die Stadt behielt die zuverlässigeren PCR-Tests bei, sagt Stadtsprecherin Ariane Czerwon. Seit Dezember wurde die Testfrequenz mit zusätzichen Schnelltests pro Person und Woche erhöht. Heißt: Alle drei Tage werden die Mitarbeiter getestet. Jetzt geht die Stadt einen Schritt weiter: Die Schnelltestungen werden ausgeweitet. Bis Ende der Woche soll die Umsetzung stehen. Bundeswehrsoldaten sollen ab Dienstag in den Heimen bei den Schnelltests von Mitarbeitern und Besuchern helfen. Mit allen Einrichtungen wurden zeitliche Besuchsfenster vereinbart. „Während dieser müssen die Schnelltests angeboten werden“, sagt Czerwon. 

Mutation Die Stadt lässt alle positiven Proben von PCR-Tests auf die bekannten Mutationen untersuchen. Wird eine Mutation nachgewiesen, folgt eine strengere Quarantäne. Parallel werden alle Kontaktpersonen getestet. Ergebnis: Weitere B.1.1.7-Fälle sind so aufgedeckt worden: etwa im Seniorenheim Tempelhofer Straße – zwei Bewohner und zwei Mitarbeiter sind betroffen. „Die Impfungen in dieser Einrichtung sind abgeschlossen. Der Übertragungsweg ist nicht nachvollziehbar. Das Heim wurde geschlossen. Weitere Pflegeeinrichtungen sind bisher nicht betroffen“, betont Czerwon. Die südafrikanische Variante wurde bei einer Familie (vier Personen) festgestellt, die aus Mazedonien heimkehrte. Bisher noch nicht nachgewiesen: die brasilianische Variante.

Impfungen Bisher sind 2170 Menschen in stationären Einrichtungen geimpft worden. 

Kritik kommt von FDP-Politiker Friedrich Busch. Er fordert zum Corona-Ausbruch im Awo-Heim: Die Heimaufsicht müsse die Abläufe minutiös eruieren. Die Stadt müsse konsequentere Maßnahmen ergreifen, etwa „lokale Abriegelungen von Schulen, Unternehmen und ganzen Gemeinden, sobald eine Mutante nachgewiesen sei“, zitierte er den Mikrobiologen Emmanuel André.