Leverkusen: Muslime kochen für Hilfsbedürftige

Leverkusen : Muslime kochen für Hilfsbedürftige

Die Jugendorganisation der Ahmadiyya Muslim Gemeinde in Leverkusen bereitete gestern in der Suppenküche der Caritas einen Festschmaus für Wohnungslose. Zu ihrem heiligen Fastenmonat gehört es, sich wohltätig zu zeigen.

Exotisch lecker roch es gestern Mittag in der Suppenküche des Caritas-Tagestreffs für Wohnungslose. Statt der üblichen Ehrenamtler kochten dort Mitglieder der Jungorganisation der Ahmadiyya Muslim Gemeinde für rund 35 hilfsbedürftige Männer und Frauen, die sich auf einen etwas anderen Festschmaus freuten.

"Eine ganz tolle Aktion", lobte Stefanie Strieder, Fachdienstleiterin bei der Caritas. Als sich die Gemeinde mit ihrer Idee bei Strieder meldete, hatte sie nicht mit so vielen Helfern gerechnet.

Rund 30 Männer zwischen 16 und 40 Jahren, darunter auch Mitglieder aus Langenfeld und Monheim, hatten sich in ihrem heiligen Fastenmonat dazu bereit erklärt, für die Hilfsbedürftigen zu kochen. Während sie auf Essen und Trinken verzichteten, servierten sie den Bedürftigen ein wohl duftendes Curry-Hähnchengericht mit verschiedenem Gemüse, Salat, Brot und zum Nachtisch eine saftig, rotleuchtende Wassermelone.

Den Verzicht zu üben, während sie selbst für andere kochen, "darin sind wir ja schon trainiert", sagte Mahmood Malhi mit einem Lächeln. "Wir fasten ja eigentlich schon seit unserem 18. Lebensjahr." Diese Aktion, die zum ersten Mal in Leverkusen stattfand, erklärte der Imam dann, gehöre zu den Aufgaben eines gläubigen Muslims, die er während des Fastenmonats Ramadan erfüllen müsse. "Wenn wir fasten, spüren wir am eigenen Körper, wie es den Leuten geht, die nichts zu essen haben. Es geht darum, Mitgefühl zu entwickeln und daraufhin entweder für Hilfsbedürftige zu spenden oder ihnen anders zu helfen."

  • Leverkusen : Mitgliederversammlung des TSV Bayer 04
  • Neujahrsempfang : Ahmadiyya Gemeinde stellt sich vor
  • Die Gute Tat : Jugendorganisation räumt Silvestermüll weg

Die Tischgäste freuten sich über das etwas andere Menü und bedankten sich bei den wohltätigen Herren. "Das was super lecker. Ihr könnt gerne öfter vorbeikommen und kochen", sagte einer der Anwesenden. Viele nickende Köpfe schlossen sich den Worten an.

Eine Wiederholung könne sich der Imam gut vorstellen. Denn obwohl die Mitglieder der Jugendorganisation auch mit der Spende eines beliebigen Betrages an eine wohltätige Organisation ihren im Koran vorgeschriebenen Aufgaben während des Ramadans nachgekommen wären, entschieden sie sich, vor Ort dabei zu sein, um den Dialog zwischen den Religionen zu fördern, erklärte Malhi. "Damit zeigen wir, dass der Islam, ebenso wie das Christentum, Nächstenliebe predigt."

Der Kontakt zur katholischen Gemeinde vor Ort funktioniere sehr gut, erzählte der Imam. "Das ist ein toller Austausch." Die Gemeinde der Kirche Herz Jesu hatte für das anschließende Freitagsgebet der Jugendorganisation einen Saal bereit gestellt.

(RP)
Mehr von RP ONLINE