Musikschule Leverkusen führt die Vorstadtkrokodile auf

Musikschüler präsentieren die „Vorstadtkrokodile : Eine Geschichte über Freundschaft und Mut

Ein Jahr lang haben Schüler der Städtischen Musikschule an der neuen Musiktheaterproduktion geprobt, Samstag war Premiere

„Trau dich! Sonst wirst du ausgelacht“ singen die Vorstadtkrokodile und feuern Hannes an, der schon fast das Gebäudedach erreicht hat. Er will in die Kinderbande aufgenommen werden und muss die Aufnahmebedingen erfüllen. Auch wenn es sich um eine ziemlich blöde, ja gar leichtsinnige Mutprobe handelt. Als es brenzlig wird, hauen alle ab, aber zum Glück wird Hannes von der Feuerwehr wieder sicher auf den Boden geholt. Jetzt gehört er endlich zu der Gruppe, die eigentlich gar nicht so grausam ist, wie es anfangs den Anschein hatte. Tatsächlich haben diese Kinder das Herz auf dem rechten Fleck, ein ausgeprägtes Gespür für Gerechtigkeit, sie sind wachsam und mutig.

Am Wochenende hatten die „Vorstadkrokodile“ ihren Treff auf der Bühne der Opladener Festhalle eingerichtet. Und dort spielen sie am Montag noch zwei weitere Vorstellungen ihres Musiktheaterprojekts für Schulklassen. Ein Jahr lang haben die Schüler der Städtischen Musikschule daran gearbeitet, bis die Aufführung mit den Elementen Schauspiel, Gesang und Tanz so bühnenreif war, dass die kleinen und großen Zuschauer bei der Premiere am Samstagnachmittag gespannt und amüsiert der frischen, temporeichen und sehr schön gesungenen Vorstellung folgten. Begleitet von einer kleinen Lehrer-Combo, die hinter einem Bauzaun zu erkennen war.

Auf der Grundlage des Kinderbuchklassikers von Max von der Grün aus dem Jahr 1976 „Vorstadtkrokodile – Eine Geschichte vom Aufpassen“ hat Musikschul-Lehrer und Regisseur Joachim Sieper das Textbuch geschrieben. Die Musik dazu wurde, wie bereits die letzten beiden Musikschulproduktionen, von dem Hamburger Komponisten Markus Voigt extra dafür dem Ensemble auf den Leib komponiert. Kollege Torsten Schüring hat dazu die Musik-Arrangements geschaffen, außerdem leitete er den musikalischen Part während der Aufführung am Piano.

Angelika Görs hat mit den Kindern die Gesangsstücke sowohl mit den Solisten als auch mit dem Gesamtchor einstudiert und Anke Hein schuf eine Choreografie mit Bewegungen, die glaubhaft eine Gruppe ganz normaler Kinder vermittelte und kein bisschen künstlich oder aufgesetzt wirkte, aber Leben in die Dialoge brachte. Das Lehrer-Team ist bestens aufeinander eingespielt durch ähnliche gemeinsame Projekte in der Vergangenheit.

Die Story ist aktuell wie bei der Entstehung vor über 40 Jahren. Es ist eine Geschichte um Freundschaft, Vorurteile, Mut und das Erwachsen werden. Die Vorurteile pflegen vor allem die Erwachsenen, für die es eine ausgemachte Sache ist, dass hinter den mysteriösen Einbrüchen Ausländer stecken, damals verdächtigte man die Italiener, heute wären es vermutlich andere.

Und Kurt, der im Rollstuhl sitzt, lehnen die Krokodiler zunächst ab, weil er „ein Klotz am Bein“ wäre. Tatsächlich hilft seine Beobachtungsgabe der Clique die Diebstahlserie aufzuklären. So dass am Ende alle gemeinsam singen können: „Zum Leben brauchst du Mut, das gehört nunmal dazu!“