Leverkusen: Musikalische Weltreise

Leverkusen: Musikalische Weltreise

Ihr Instrument wiegt zehn Kilo,doch ihre Finger wirken schwere-los. Im Scala nahm Lydie Auvray ihr Publikum mit auf die Reise.

So genau weiß es Lydie Auvray selbst nicht mal: War sie nun schon zum vierten oder bereits zum fünften Mal im Opladener Scala? Sie spielt Akkordeon, die Französin, die aber schon seit vielen Jahren in Köln lebt. Und sie hat einmal mehr ihre Fans begeistert.

Lydie Auvray verbindet dabei Schwerstarbeit mit einer Leichtigkeit an dem ja nicht gerade einfachen Instrument. Das Akkordeon ist ein Handzuginstrument, zehn Kilogramm schwer. Wenn eine Frau mit diesem Gerät - Volksmund: Schifferklavier - eine zweistündige musikalische Weltreise unternimmt, und das macht sie schon vierzig Jahre lang, darf sie ruhig als "Grande Dame des Akkordeons" bezeichnet werden.

Lydie Auvray unternahm im Scala eine musikalische Weltreise. Natürlich sind Tango oder Musette die Grundelemente. Aber das Spektrum reicht viel weiter, Samba-Elemente waren auszumachen, Töne ließen sich in Mexiko wie in arabischen Ländern verorten, Afrika war dabei. Halt viele musikalische Genres verarbeitet die Frau mit den schnellen Fingern auf dem Knopfakkordeon.

Auf ihrem 21. Album kehrt sie zurück zu ihren Wurzeln, Weil das nicht so ganz auszumachen ist, wählte sie den Titel "Musetteries", eine eigene Wortschöpfung: "Ich wollte mit einem Augenzwinkern ausdrücken, dass dieses Album zwar mit Musette zu tun hat, aber nicht dem reinen, puren Musette-Stil gewidmet ist."

Ob ein Konzert im Opladener Scala gut oder sehr gut besucht ist (manchmal kommen auch nur wenige Zuhörer), hängt mitunter von Zufällen ab. Lydie Auvray war vor vier Wochen Gast in der WDR-Sendung Kölner Treff, erzählte von ihrem bewegten Leben und gab eine musikalische Kostprobe. Dabei wurde dann auch als Untertitel ihr Konzerttermin in Leverkusen eingeblendet.

Offenbar war das so überzeugend, dass etliche Zuschauer spontan ein Ticket buchten, um die Frau, die mit Eckes Malz (Klavier, Percussion) und Markus Tiedemann (Gitarren) auftrat, auch einmal live zu erleben. Einen ebenso beswingten wie lyrischen Abend erlebten sie. Vor allem einen Abend mit vielen Lebensgefühlen.

(RP)