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Museumsfest in schloss Morsbroich zieht vielen Besucher an

Schloss Morsbroich : Museumsfest mit vielen Besuchern

Am Sonntag wurde klar: Das Museum in Schloss Morsbroich liegt vielen am Herzen.

Die Kulisse wunderbar, die Gäste in guter Laune und in großer Zahl anwesend. Selbst der wolkenverhangene Himmel hat am Sonntag das Museumsfest rund um Schloss Morsbroich nicht verderben können. Zu schön, zu beliebt der klassizistische Ort. Und daher waren sich die Besucher – ob nun Familien oder Kunstschaffende – einig: das Schloss und die Kunst darin sind wichtig für Leverkusen.

Künstlerin Iris Hoppe durfte im Rahmen des open-Space-Programms des ansässigen Kunstvereins den Besuchern ihre Werke präsentieren. Es ist bereits ihr zweiter Auftritt in und am Schloss, das für die Leichlingerin eine große Rolle in ihrer persönlichen Geschichte spielt. „Es war das erste Museum, das ich betreten habe“, berichtete sie. Damals als Teenager war das mit ihren 14 Jahren wegweisend. Viel Zeit verbrachte die heute 49-Jährige in den hohen Räumen, begutachtete Gemälde, Skulpturen und Installationen, schmökerte in Büchern. Es war mit der Anfang ihrer Entscheidung: ein Kunststudium soll es sein.

Seitdem ist Hoppe viel in Europa herumgekommen. Und sie kann mit Fug und Recht behaupten: das Schloss in Leverkusen ist auch in der internationalen Kunstszene durchaus ein Begriff. Zwischen Köln und Leverkusen ist es also unter anderem das Museum für Gegenwartskunst, das die Chemiestadt international auf die Karte bringt.

Rund 15 Jahre trennen Hoppe und den 33-jährigen Michael. Er ist einer von vielen Besuchern, die am Sonntag ums Schloss schlenderten. 33 Jahre Lebenszeit sind für ihn gleichbedeutend mit 33 Lebensjahren in Leverkusen. Er ist hier geboren, in der Stadt aufgewachsen. Er brachte auf den Punkt, was viele denken: „Das Museum ist für eine Arbeiterstadt wie Leverkusen wichtig.“

Iris Hoppe brachte derweil einen noch ganz anderen Punkt in die Diskussion hinein: die Umwelt. Schließlich müsse man versuchen, Kunst in die Fläche zu bekommen. In Teilen sei es so, dass Kultur und Kunst fast ausschließlich in den großen Städten stattfinde. So fahren die Leute zum Arbeiten und zur Freizeitgestaltung häufig in die Großstädte. „Und das ist nicht gut für die Umwelt“, betonte die Künstlerin, die die Heimatorte vieler Menschen als „Schlafstädte“ bezeichnet.

Bei den Kindern, die mit ihren Eltern gekommen waren, kam währenddessen kaum Langeweile auf, denn zu tun gab es genug: Ob nun mit großen Sprüngen durch die Wasserfontänen des Brunnens springen oder Dosen vom Tisch zu werfen. Und natürlich ließen es sich Jungs und Mädchen nicht nehmen, in die Löschfahrzeuge der freiwilligen Feuerwehr Schlebusch zu klettern.