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Leverkusen: Mühlenweg-Anwohner fordern Sicherheit

Leverkusen : Mühlenweg-Anwohner fordern Sicherheit

Der Küppersteger Marcus Kremers und seine Mitstreiter sammeln inzwischen Verbesserungsvorschläge.

Der Schock nach dem schweren Verkehrsunfall mit zwei Schwerverletzten und einem unfallflüchtigen Autodieb auf dem Mühlenweg am Dienstag vergangener Woche sitzt den Anwohnen immer noch in den Knochen. Doch dieses Unglück war für Marcus Kremers, einem Anwohner des Mühlenwegs, eher der "überfällige Auslöser" dafür, dass sich die Anlieger endlich mit Nachdruck für eine Verbesserung der Verkehrssituation auf ihrer Straße einbringen wollen.

Er hatte seine Nachbarn zu einer Versammlung eingeladen, rund fünfzig Betroffene kamen in die gerade neu eröffnete Gaststätte "Alte Mühle". Alle Teilnehmer zeigten sich mit der derzeitigen Situation unzufrieden.

Am Unglückstag war ein Autodieb gegen 11 Uhr auf dem Mühlenweg unterwegs. Nahe Hausnummer 175 scherte der Dieb mit dem in Rheindorf gestohlenen Mercedes aus, überholte und rammte frontal den Wagen eines Ehepaares (70, 72). Die 70-jährige Fahrerin schwebte anfangs in Lebensgefahr. Die Seniorin ist inzwischen auf dem Weg der Besserung, muss aber noch auf der Intensivstation behandelt werden, berichtete die Polizei gestern. Der Dieb prallte zudem auf den Wagen eines 18-Jährigen, der ebenfalls verletzt wurde.

In der Versammlung der Mühlenweg-Anwohner war von zunehmendem Verkehr die Rede; die Besucher von Leverkusens größtem Friedhof Reuschenberg und dem Wildpark sorgen wohl dafür. Aber vor allem sind es die Autofahrer, die den Mühlenweg als Schleichweg für ihre Fahrt von und nach Bürrig beziehungsweise Rheindorf entdeckt haben. Allerdings kann von "Schleichweg" in diesem Fall keine Rede sein, denn viele Autofahrer betrachten den Weg eher als Rennstrecke. Besonders nachts: Einige Anwohner berichteten von quietschenden Reifen, wenn Autofahrer die bereits durch künstliche Behinderungen bestückte Strecke quasi zum rasanten Slalomfahren nutzen.

Doch nicht nur der Küppersteger Abschnitt jenseits der Eisenbahnlinie lädt nachts offenbar zur rasanten Hindernisfahrt ein, auch die teils sehr schmale Bürriger Teilstrecke, die mit einer flotten Kurve kurz vor dem Übergang in den Entenpfuhl übergeht, fordert offenbar die Fahrkünste der selbst ernannten Rennfahrer heraus. Zudem gebe es auf der gesamten Strecke keine Zebrastreifen oder eine Fußgängerampel, obwohl die gerade im Bereich des Friedhofs vielen als sinnvoll erscheint. Auch für die Radfahrer gibt es keine geschützten Wege.

Anwohner Marcus Kremers will sich mit einigen Mithelfern der Sache intensiv annehmen. Es sollen Argumente und Vorschläge gesammelt werden, um diese dann mit den Politikern, der Polizei und den städtischen Fachleuten zu besprechen. Erst dann wolle man konkrete Anforderungen an die Politik formulieren.

(sg-)