Leverkusen: Monsanto: Monheim bereitet sich auf Expansion vor

Leverkusen: Monsanto: Monheim bereitet sich auf Expansion vor

Die Fusion führt laut Bayer nicht zu höheren Gewerbesteuerzahlungen in der Nachbarstadt. Erneuerungen geplant.

Der Bayer-Konzern, dessen Agrarsparte CropScience in Monheim sitzt, gehört vermutlich zu den größten Gewerbesteuerzahlern (Steuergeheimnis) der Stadt am Rhein. Mit dem Monsanto-Deal eröffnen sich für die Stadt weitere Perspektiven. Denn "der weltweite Bereich Pflanzenschutz sowie die Division Crop Science insgesamt werden aus Monheim geführt". So hat es Bayer-Chef Werner Baumann verkündet. Mehr Steuereinnahmen im Finanzsäckl der Nachbarstadt wird das allerdings nicht bringen.

"Der Erwerb von Monsanto führt nicht zu höheren Gewerbesteuerzahlungen an die Stadt Monheim", sagt CropScience-Sprecher Utz Klages. Unter anderem deshalb, weil vor Ort nicht produziert werde. An der Alfred-Nobel-Straße würden zentrale Dienste vorgehalten. In Deutschland produziere CropScience in Dormagen, Knappsack bei Hürth und in Frankfurt.

Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann begrüßt die Fusion dennoch. "Jetzt ziehen die beiden Bayer-Sparten Pharma und Landwirtschaft gleich", sagt er. Der Stadt, so erläutert er, sei daran gelegen, dass der Sitz des ohnehin schon größten Arbeitgebers in der Stadt bleibt. "Wir sind darauf vorbereitet und werden Bayer bei einer Expansion unterstützen. Reserveflächen dafür hat das Unternehmen selbst. Wir helfen mit Genehmigungen und Infrastruktur, wenn nötig." Ein entsprechendes Bebauungsplanverfahren laufe bereits. Zimmermann setzt auf den Bedeutungszuwachs, den die zentrale Funktion für die Agrarsparte am Standort Monheim gewinnt. Wie sich die neue Division CropScience entwickeln wird, ist noch offen. "Wie viele Mitarbeiter in Monheim bleiben oder von hier nach St. Louis gehen und welche Mitarbeiter von dort zu uns kommen, steht noch nicht fest", sagt Klages. "Einen Austausch wird es sicher geben."

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Ob die Übernahme von Monsanto Auswirkungen auf Leverkusen, hier sitzt der Mutterkonzern Bayer, haben wird, vermag die Stadt auf Anfrage noch nicht zu sagen. Von Bayer heißt es, man rechne nicht mit "signifikanten" Änderungen. Am Donnerstag vergangene Woche hat Bayer die Übernahme von Monsanto abgeschlossen. Die Aktien des US-Unternehmens werden nicht mehr an der New Yorker Börse gehandelt, Bayer ist alleiniger Eigentümer. Die Integration kann allerdings erst erfolgen, wenn Bayer den Auflagen der Wettbewerbshüter entsprochen und Bereiche des CropScience-Geschäftes für mehr als sieben Mrd. Euro an BASF abgegeben hat. Der Leverkusener Konzern rechnet damit etwa für August.

Gestern hat das Darmstädter Unternehmen Arcadis bekanntgegeben, CropScience bei der Modernisierung des Standorts Monheim zu unterstützen. Es gebe zwei Projektverträge für Generalplanungs-, Projektmanagement- und Bauleitungs-Leistungen. Die Infrastruktur solle modernisiert und ausgebaut werden, vor allem die Einrichtungen für Forschung und Entwicklung, also etwa Laborgebäude und Gewächshäuser, hieß es.

(RP)
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