Modell-Dampfbahn in Leverkusen: Verein will Strecke erweitern

Modellbahn im Stadtpark : Dampfbahner wollen Strecke erweitern

Das Bauen von Modellbahnen gehört ebenso zu den Aufgaben des Vereins wie die Pflege. Das kommt beim Publikum gut an. Nun gibt es neue Pläne.

Ein, zwei prüfende Blicke und Hans-Joachim Kaps weiß genau Bescheid: Hier gibt’s heute einiges zu tun. Der Chef der Dampfbahner Leverkusen bereitet mit einem kleinen Trupp die Anlage im Stadtpark auf den erwarteten Personenverkehr vor. 1000 Fahrgäste ziehen die in Eigenregie gebauten Lokomotiven an jedem ersten Sonntag des Monats durchs Grüne.

Und wenn es nach Kaps und seinen Mitstreitern geht, könnte die Strecke in naher Zukunft durch den gesamten Park verlaufen. Das würde die nötige Energieleistung beim Säubern und Vorbereiten der Gleise und Anlage zwar enorm vergrößern, doch beim Gedanken daran, dass die rund vier Kilowatt starken Loks mit den vielen Anhängern eine große Runde durch den Park drehen, fangen die Augen des 62-Jährigen an zu leuchten.

Noch fahren die Züge einen relativ kleinen Kreis im Westen des Parks. Geht es nach den Dampfbahnern, soll sich die Anlage zur Parkmitte hin ausdehnen. Das Schienennetz würde dann einmal um den dortigen Spielplatz herumführen. Spruchreif sei allerdings noch nichts. Die Stadt befinde sich derzeit anderweitig in Planungen.

Dennoch sind Kaps und seine Crew zuversichtlich. „Wir haben eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zur Stadt“, bekundete der Dampfbahnchef. Die Verlängerung der Strecke würde das Schienennetz weit mehr als verdoppeln. Ein Ausbau, der mit einigen Kosten verbunden wäre. Für Kaps ist aber klar: Das kann gestemmt werden.

Schließlich fuhren an jedem Fahrtag rund 1000 Personen mit der Bahn im Stadtpark. Die Einnahmen reichten, um eine Erweiterung zu finanzieren. Die Dampf- und Elektrobahnen mit einer Spurbreite von fünf und siebeneinviertel Zoll ziehen mit ihrer überschaubaren Geschwindigkeit von sieben bis acht Kilometer pro Stunde viele Menschen an.

Ein bisschen positiv verrückt muss man sein, um sich dem zeitintensiven Hobby zu widmen. Wobei Kaps mit einem Lächeln relativiert: „Als verrückt würde ich uns jetzt nicht bezeichnen.“ Dennoch: Die Lokomotiven sind selbstgebaut, in ihnen stecken nicht nur während des Baus sehr viele Stunden Arbeit, auch die Pflege frisst Zeit.

Thomas Adler ist der Bauherr der Leverkusener Dampfbahner. Alle „Zugpferde“ auf der Bahn stammen aus seiner Werkstatt. Vier hat er bisher gebaut, 2002 nahm das seinen Anfang. Seine Kinder hatten ein Verbot, mit Adlers kleiner Modelleisenbahn zu spielen – also musste etwas größeres her.

Mittlerweile baut der 65-Jährige eine Elektrolok in gut einem Jahr, Dampflokomotiven jedoch benötigten über zehn. Schließlich müsse hier das ganze Triebwerk selbst hergestellt werden. „Und eines kann ich sagen: Auf Anhieb funktioniert da gar nichts“, betont er. „Bis da alles fertig ist, werden einige graue Zellen verbraucht.“

Ein Vorgang, der Adler sehr entspannt. Das Summen der Telefone, der Stress auf der Arbeit – all das ist beim Werkeln im Keller plötzlich weg. Und wertvoll sind die bis zu 500 Kilogramm schweren Maschinen noch dazu: zwischen 3000 und 5000 Euro, schätzt der Erbauer.

Gelagert werden die teuren Gefährte im sicheren Haus. Ohnehin würde sich Diebstahl nicht auszahlen. Die Szene kennt sich, wer  nichts mit Eisenbahnen am Hut hat, fliegt dementsprechend schnell auf.

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