Mitmachparcour gegen Alkohol in Leverkusen

Vorbeugung : Alkoholrausch durch die Brille erleben

Auf dem Mitmach-Parcours gibt es Aufkärung für die Schüler der Montanus-Realschule ohne erhobenen Zeigefinger.

Kurz vor dem Beginn des Karnevals auf den Straßen erhalten Schüler an verschiedenen Schulen nochmalige Aufklärung über die Gefahren eines Alkoholrausches. Doch ganz unabhängig davon versucht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ganzjährig Jugendliche zu bewusstem Konsum zu erziehen – und das auf besondere Art.

An der Montanus-Realschule läuft die vierte Stunde. Während nahezu alle Schüler in ihren Klassen weilen, ist eine Siebte in die Mensa gekommen. Fünf Stationen sind dort aufgebaut, sie alle drehen sich um den Genuss von Alkohol und Tabak sowie den damit einhergehenden Gefahren. Für eine siebte Klasse sind die Schüler erstaunlich ruhig und konzentriert bei der Sache.

Laut Organisator Sebastian Tesch ist das eine Folge der etwas anderen Art der Zusammenarbeit. „Wir sind alle noch recht jung und treffen die Jugendlichen somit auf einer anderen Ebene“, erklärt der 34-Jährige von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der sein ganzes Team mitgebracht hatte.

So seien die Klassen offener und es entstehe keine Belehrungssituation, sondern ein Gespräch. Das sieht auch Schulleiter Ferdinand Brüggemann-Sina so. „Als Lehrer stehen wir jeden Tag vor den Schülern; das geht da rein und da wieder raus“, erläutert er. Insgesamt sei der 55-Jährige froh, dass der Termin ausgerechnet auf einen Tag kurz vor Karneval gefallen war. Das nämlich war keinesfalls Absicht.

Nun stellt sich schnell die Frage, ob denn bei all der Ruhe und konzentrierten Arbeit wirklich etwas bei den Jugendlichen im Kopf bleibt – oder ob der Termin viel mehr eine lästige Pflicht ist. Schulleiter Brüggermann-Sina ist dabei optimistisch und berichtet aus vergangenen Jahren: „Meiner Erfahrung nach ist es nachhaltig, und die Schüler können noch im Unterricht über das Wissen verfügen.“

Allerdings geht es in den 90 Minuten nicht darum, den Jugendlichen die puren Fakten einzutrichtern. Vielmehr entsteht mit immer anderen Stations-Chefs ein reger Austausch, bei dem die Schüler die Richtung des 15-minütigen Gesprächs bestimmen und ihre Fragen loswerden.

Zudem gibt es interaktive Bereiche, wie der, in dem eine Brille einen Rausch simuliert. „Wichtig ist hier, danach eine Reflexion zu machen. Denn viele finden das dann doch ganz witzig“, betont Andreas Schubert. Diesen Part übernahm kurz zuvor Christian Sick. Der lobte die Gruppe von der Montanus-Realschule für ihre Geduld und Nettigkeit. Klar gebe es auch andere Kandidaten. Zumeist, sagt er, sei es so, dass sie an der ersten Station schauen, wie weit sie gehen können. Doch schon an der zweiten kehre Ruhe ein.

So gehen die Schüler der Realschule in Steinbüchel gut informiert in die Karnevalswoche.

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