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Leverkusen/Dormagen: Mitarbeiter versilbern ihr Bayer-Gold beim Juwelier

Leverkusen/Dormagen : Mitarbeiter versilbern ihr Bayer-Gold beim Juwelier

Kaum hat Bayer die Jubiläumsmedaille zum 150. Firmengeburtstag an die Mitarbeiter verteilt, findet sich das Stück bei Händlern und Ebay.

"Gold ist Geld und nichts anderes", hat mal der US-Bankier J. P. Morgan gesagt. Und behält bis heute damit recht. Denn offenbar machen derzeit etliche Bayer-Mitarbeiter mit Gold Geld — im Internet-Auktionshaus Ebay zum Beispiel. Dort offerieren einige Anbieter die jüngst erst den Mitarbeitern zum 150. Konzerngeburtstag geschenkte Goldmedaille. Inklusive dem 380 Seiten starken Jubiläumsbuch.

350 Euro etwa will ein Anbieter aus Dormagen für die 7,25 Gramm schwere Medaille aus einer Legierung aus 585er Gold und Silber 415 haben: "Sie kaufen hier das exklusive Bayer Geschenkset zum 150- jährigen Firmenjubiläum inkl. der beliebten und stark limitierten Gold Münze", heißt es da. "Das Geschenkset besteht aus: dem Buchband 150 Jahre Bayer mit vielen Infos und Bildern rund um die Bayer AG, der exklusiven, ungeöffneten und streng limitierten Gold Münze zum 150-jährigen Jubiläum der Bayer AG aus 7,25 gr 585er Gold in einer schön gestalteten Geschenkverpackung." Bei anderen Anbietern steht das gute Stück in der Auktion bei um die 100 Euro und aufwärts. Teils kostet das Buch extra.

Die Medaille, die der Konzern seinen Mitarbeitern als Erinnerungsstück zugedacht hat, trifft's teils noch härter, als im virtuellen Auktionshaus unter den Hammer zu kommen: Sie wird eingeschmolzen. Beim Opladener Juwelier Istanbul etwa haben zwei Besitzer ihre Stücke verkauft — "für 100 bis 110 Euro", berichtet Geschäftsführer Yilmaz Yorulmaz. "Das Gold wird eingeschmolzen. Daraus wird neuer Schmuck gefertigt." Von mehreren Jubiläumsmedaillen-Ankäufen berichtet auch das Geschäft Style Gold in der Kölner Straße. Dort gab's 100 bis 120 Euro pro Stück.

In Dormagen wirbt das Juweliergeschäft Milano in der Rathausgalerie sogar um die Bayer-Jubiläums-Goldmedaille. Auf einem Aufsteller vor dem Laden bekundet der Inhaber sein Interesse am Ankauf. Zwei oder drei Kunden hätten von diesem Angebot bereits Gebrauch gemacht, berichtet ein Verkäufer. Sie hätten jeweils 120 Euro für die Münze erhalten. "Wir zahlen den aktuellen Goldpreis. Unter Sammlergesichtspunkten sind die Münzen wegen der hohen Auflage weniger interessant", erklärt der Verkäufer. Das Buch aus dem Jubiläumspaket interessiere ihn als Juwelier ohnehin nicht. Dass wohl in Dormagen eine ganze Reihe von Bayer- bzw. Currenta-Mitarbeitern über den Verkauf ihrer Jubiläumsgabe nachdenkt, zeigten zahlreiche Anfragen an das Juweliergeschäft — und das schon, bevor das Unternehmen die Münzen überhaupt verteilt hatte.

Und auch das Opladener Juweliergeschäft Kopp kennt die Medaille — von Ankäufen. "Zwei haben wir bisher gekauft für je 120 Euro. Etliche Leute haben auch gefragt, ob wir die Medaille kaufen", berichtet Mitarbeiterin Evelyn Lisinski. Kopp schickt die Stücke an die Scheideanstalt, die Gold und Silber trennen. "Wir bekommen dann das Geld für das Gold", erläutert Lisinski. J. P. Morgen hat Recht: "Gold ist Geld."

(RP)