Anfang Mai in Leverkusen Mit U18-Wahl junge Menschen für Politik begeistern

Leverkusen · In genau einem Monat öffnen die Wahllokale in Nordrhein-Westfalen – für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Gewählt wird in Leverkusen in Jugendhäusern und im Rathaus. Die Ergebnisse werden veröffentlicht.

 Simon Frädrich, Simon Kierdorf und  Florian Korb (v.l.) stellten das Thema U-18-Wahl in Leverkusen vor.

Simon Frädrich, Simon Kierdorf und  Florian Korb (v.l.) stellten das Thema U-18-Wahl in Leverkusen vor.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Die U18-Wahl im Vorfeld der Landtagswahl soll einem jungen Publikum Politik zugänglicher machen, und dafür sorgen, dass das Privileg einer freien Entscheidung an der Urne breiter wahrgenommen wird. Leverkusen könnte dabei zu den Vorreitern gehören.

In der Stadt sind die „Lokale“ für die minderjährigen Teilnehmer vom 2. bis 6. Mai geöffnet. Bisher haben sich sieben Jugendhäuser bereiterklärt, in ihren Räumlichkeiten Wahlen stattfinden zu lassen. Dazu zählen „Die 9“ (Steinbüchel), „L.A.“ (Alkenrath), „Tri-o Die 11“ (Wiesdorf), der „Lindenhof“ (Manfort), der Pfadfinderstamm Woodstock (Steinbüchel), die Evangelische Jugend Schlebusch, außerdem laufen Wahlen im Rathaus. Die Ergebnisse auf Landesebene laufen beim Kinder- und Jugendring zusammen, und werden noch vor der eigentlichen Wahl veröffentlicht.

Die Vereinigung auf Landes- und Bundesebene ist für die Organisation maßgeblich verantwortlich. In Leverkusen stößt die Idee auf viel Aufgeschlossenheit. „Landläufig gibt es bei vielen Erwachsenen die Meinung, Kinder und Jugendliche würden sich nicht für Politik interessieren – aber das stimmt nicht“, betont Simon Frädrich vom städtischen Fachbereich Kinder und Jugend. Die Demonstrationen im Zusammenhang mit Klimapolitik und Ukrainekrieg zeichneten ein anderes Bild. Um der Jugend eine Chancen zu geben, den Wahlberechtigten ihre Sichtweisen aufzuzeigen, werden die Ergebnisse veröffentlicht, sagt der 34-Jährige.

Gleichzeitig hebt er heraus, dass die Aktion dafür sorgen könnte, dass sich die nächste Generation noch breiter mit Politik und Wahlen auseinandersetzt. Die Organisatoren, zu denen mit der Evangelischen Jugend Schlebusch und dem Bund der Deutschen katholischen Jugend in Leverkusen auch zwei kirchliche Gruppen gehören, hoffen durch den niedrigschwelligen Ansatz auf den Erfolg – gerade bei bildungsferneren Schichten oder Kindern von Migranten. Denn während viele Kinder bereits früh mit ihren Eltern ins Wahllokal gehen, sind einige Einwandererfamilien gar nicht zur Wahl zugelassen. „Das Coole ist, dass es eine Aktion von Kindern für Kinder ist“, betont Frädrich.

Eine solche U18-Wahl gab es bereits 2021  vor der Bundestagswahl. Damals nahmen rund 262.000 Kinder und Jugendliche bundesweit teil.

Weitere Infos gibt es auf dem Instagram-Kanal @u18wahl.leverkusen und im Internet unter u18.org.

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