Leverkusen: Mit Künstlern Hand in Hand arbeiten

Leverkusen: Mit Künstlern Hand in Hand arbeiten

Zum Glück ist das Wandmosaik längst fertig. So stellten sich die Schüler und Künstlerin Tana Ribero nur kurz für ein Foto vor der bunten Mosaikwand am Bauspielplatz der Gemeinschaftsgrundschule Dönhoffstraße auf. Dann flohen alle vor dem Regen in die Lernwerkstatt, wo derzeit weitere Mosaikbilder für den Innenraum der Schule entstehen. Draußen wurde in der wärmeren Jahreszeit und bei meist besserem Wetter an dem Wandschmuck gearbeitet, den es ohne das Projekt "Kultur und Schule" nicht gegeben hätte. Seit rund zehn Jahren nimmt Leverkusen daran teil und bekommt seitdem eine jährliche Förderung für Kreativprojekte an Schulen, die von Künstlern geleitet werden. Die Projekte werden mit maximal 3050 Euro vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft gefördert. Allerdings nur, wenn die Kommunen einen Eigenanteil von 610 Euro übernehmen. Da die städtische Kasse das nicht hergibt, ist man auf Sponsoren angewiesen. Anfangs war nur die Volksbank Rhein-Wupper dabei, die inzwischen als VR Bank Bergisch-Gladbach-Leverkusen neben Sparda-Bank West und Gemeinnützigem Bauverein Opladen weiterhin mitmacht. Die Anzahl der Projekte und der beteiligten Schulen ist mit den Jahren gewachsen. Aktuell finden 15 Projekte in 13 Schulen aller Formen statt. Es gibt mehrere bildende Künstler, die einmal wöchentlich mit Schülern am Nachmittag im Offenen Ganztag arbeiten. Aber genauso sind Künstler anderer Sparten wie Artistik, Tanz, Musik, Neue Medien oder Theater aktiv. Sogar Theaterspielen auf Englisch ist dabei. Das bietet Oliver Grice am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium an.

Am Ende des Schuljahres werden die Ergebnisse vorgestellt. In der Vergangenheit wurde im Forum vorgeführt und ausgestellt, in den vergangenen beiden Jahren wurde ein Film zur Dokumentation gemacht. Das erlauben die Richtlinien in Zukunft nicht mehr, sagt Anke Holgersson, die im Kulturbüro die Fäden verknüpft und Künstler mit Schulen zusammenbringt. Die Fördergelder sollen nur noch für Präsentationen in den Schulen zur Verfügung gestellt werden. So wird es vor den Sommerferien statt einer gemeinsamen mehrere Abschlussveranstaltungen geben.

Die Kinder der GGS Dönhoffstraße können Eltern und andere Besucher dann in den Schulgarten führen und in die Toilettenräume. Die seien ohnehin Problemzone in Schulen, meint Tana Ribero. Deswegen hat sie beschlossen, die Nasszellen an der Dönhoffstraße aufzuhübschen mit vielen kleinen Mosaikbildern, die dort zu einer großen Unterwasserlandschaft zusammengefügt werden. Einige sind schon fast fertig und weitere in Planung. Mit entsprechender Schutzkleidung haben die beteiligten Kinder aus den Klassen zwei bis vier Fliesen zerschlagen und farblich sortiert in Kästen gefüllt. Nachdem sie Bilder von Meeresbewohnern studiert haben, zeichneten sie Fische, Krebse und Algen auf Holzplatten und klebten kleine Scherben darauf. Hierbei kann jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen, während man sich bei der Gemeinschaftsarbeit draußen einigen musste.

(mkl)