Leverkusen: Mit Geige und E-Gitarre Monteverdi auf der Spur

Leverkusen: Mit Geige und E-Gitarre Monteverdi auf der Spur

Musikschüler und das Ensemble l'arte del mondo mischen die Barockoper "Orfeo" mit den Elementen der U-Musik.

Eine Barock-Welle hat das Orchester der städtischen Musikschule ergriffen. Einige Streicher hätten sich sogar privat Barock-Bögen für ihre Instrumente angeschafft, erzählt Leiter Klaus Müller, nachdem sie mit Leih-Bögen bei der Barock-Akademie ganz neue Klangentdeckungen gemacht haben.

Vor zweieinhalb Jahren hat dieses Projekt auf Initiative von Werner Ehrhardt begonnen. Der hat bei Intensiv-Workshops mit dem Schulorchester einfach Musiker seines Ensembles "l'arte del mondo" zwischen die Schüler gesetzt. Auf diese Weise konnten sie unmittelbar von den Profis für Alte Musik die Tricks lernen, die Barock-Kompositionen besonders lebendig werden lassen.

Nach einem ersten Konzert vor einem Jahr hat sich die Barock Akademie mit Claudio Monteverdis Oper "l'orfeo" beschäftigt. Als "Klassikdetektive" gingen sie der Komposition auf den Grund und entdeckten in der Barockmusik eine Menge Rock, Blues oder karibische Rhythmen. Die hat Cembalist Massimiliano Toni herausgearbeitet und möglichst viel von der originalen Monteverdi-Partitur bewahrt. Bei dem Crossover-Ansatz lag es nahe, die BigBand und Gesangsschüler der Musikschule einzubeziehen. Gemeinsam mit l'arte del mondo jammen und rocken sie den "Orfeo".

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Mit der professionellen Aufführung, die Bayer Kultur im September zeigte, hat diese Produktion nichts zu tun, erklärt Ehrhardt. Diese außergewöhnliche Produktion sei von Toni mit Schülern und Profimusikern allmählich entwickelt worden. Am deutlichsten zeige sich das in den "Arien", die jetzt eher nach Pop klingen, während der Anteil der Orchestermusik Monteverdis deutlich höher ist, erklärt Massimiliano Toni. "Wir hatten die Sorge, dass sich die Jugendlichen von einem Barockstück und einer uralten Liebesgeschichte abschrecken lassen", sagt Ehrhardt, aber: "Das Gegenteil war der Fall." Für ihn sei es eine besondere Erfahrung, bei einem solchen Projekt mitzuwirken, das es schafft, unterschiedliche Musikstile so elegant zu verknüpfen, bestätigt Julian Hilgert, der die E-Gitarre spielt. Am Donnerstag kamen erstmals alle Mitwirkenden zu einem Durchlauf zusammen. "Für unsere Schüler ist das eine unglaubliche Chance", betont der stellvertretende Musikschulleiter Matthias Fromageot. Nicht zuletzt weil Bayer Kultur nun die Profi-Bühne im Erholungshaus zur Verfügung stellt.

"Klassikdetektive in der Unterwelt: Orfeo 2.0" wird am Sonntag, 21. Januar, um 17 Uhr im Erholungshaus aufgeführt. Um 16.15 Uhr gibt es eine Einführung. Karten z fünf Euro unter www.kultur.bayer.de oder 0214 3041283/84

(mkl)