Leverkusen: Minister: "Neue A1-Brücke wird achtspurig gebaut"

Leverkusen : Minister: "Neue A1-Brücke wird achtspurig gebaut"

Acht statt sechs Spuren: Die neue A 1-Rheinbrücke, mit deren Bau 2017 begonnen werden soll, wird breiter als die alte. Das ist eines der Ergebnisse des ersten Runden Tischs bei NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. Baustart für die erste Brückenhälfte soll 2017 sein. Die Fertigstellung der zweiten Brückenhälfte ist für 2025/26 geplant.

An dem eineinhalbstündigen Gespräch nahmen gestern auch Leverkusens Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn, Lanxess-Logistik-Chef Gerd Deimel und Ernst Grigat, Leiter der Chempark-Standorte Leverkusen und Dormagen, teil. Mitdiskutierten zudem Vertreter von Institutionen, Verbänden, Unternehmen, Landräte, die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken und weitere Stadtoberhäupter. "Es war ein gutes Gespräch", wertete Buchhorn. "Der Minister hat getan, worum wir ihn in der Resolution gebeten haben: Er hat alle Beteiligten gehört und die Planungen sowohl für die Not-Operation an der jetzigen Brücke als auch die Planungen der neuen Brücke vorgestellt."

Demnach soll die neue Querungen in zwei Bauabschnitten entstehen: Der erste sieht den Bau einer letztlich vierspurigen, aber zunächst sechsspurig (verengte Fahrstreifen) befahrbaren Brückenhälfte direkt neben der aktuellen Brücke vor. "Das soll bis 2020 fertig sein", berichtete Buchhorn. Dann werde die alte Brücke abgerissen und an der Stelle die zweite, vierspurige Hälfte der neuen Brücke gebaut, währen der Verkehr über die erste Brückenhälfte fließt. "2025/26 soll die neue achtspurige Brücke komplett fertig sein", sagte Buchhorn.

Der Planungsauftrag soll bis Mitte 2013 vergeben sein, Straßen.NRW arbeite mit Hochdruck an den "planerischen Rahmenbedingungen", berichtete Ministeriums-Sprecher Bernhard Meier. Beim Bau der Brücke muss die Bayer-Stadt-Deponie Dhünnaue beachtet werden, andere Themen sind Hochwasser, Umweltschutz, auch die Rheinschifffahrt muss verkehren können. 2016 rechnet das Ministerium mit einem Planfeststellungsbeschluss. "Vielleicht trudeln noch Klagen ein, die das Ganze verzögern werden", warnte Meier. Die Ausschreibung soll 2017 erfolgen, so dass drei Jahre für den Bau zur Verfügung stünden. Meier: "Der Zeitplan ist außerordentlich ambitioniert."

Ab März 2013 soll die derzeitige Brücke wieder für Fahrzeuge bis 44 Tonnen freigegeben werden. "Allerdings mit Einschränkungen für Sonderfahrzeuge", berichtete Ernst Grigat. "Man uns gesagt: Man wisse nicht, ob die reparierte Brücke bis 2020 der Belastung standhält oder wieder Einschränkungen drohen." Für Chemparkbetreiber Currenta einer der wichtigsten Punkte. "Wir brauchen die neue Brücke. Am liebsten übermorgen. In der Zwischenzeit müssen die Umleitungsstrecken von Baustellen freigehalten werden." Verwundert war Grigat, dass im Gespräch das Datum 2020 für die Fertigstellung der ersten Brückenhälfte genannt wurde, "in der offiziellen Ministeriumsmittelung aber steht kein Datum. Jeder Tag Verzögerung kostet uns richtig Geld."

Der Runde Tisch soll sich laut Buchhorn regelmäßig treffen, zudem gibt's eine Arbeitsgruppe. Christian Syring (Straßenverkehr) werde die Stadt dort vertreten. Dass die Brücke achtspurig wird, heißt auch, dass die nächste Großbaustelle ansteht: Ausbau A3, Ausbau Leverkusener Kreuz und Neubau der heutigen Stelzenautobahn zwischen Kreuz und Rhein.

(RP)
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