Michael Porr spielte beim Kinderkonzert in Leverkusen Peter und der Wolf

Kinderkonzert : Peter, der Wolf und viele Pfeifen

Michael Porr ersetzte für das Prokofjew-Stück im Kinderkonzert ein Orchester.

Mit einem Kinderkonzert ging die Saison KulturStadtLev-Reihe „Orgelforum“ zu Ende. Dabei saßen die jungen Zuhörer ausnahmsweise nicht brav in den Bänken der Bielertkirche, sondern hatten es sich auf Sitzkissen um den Orgelspieltisch bequem gemacht, wo sie dem Haus-Organisten Michael Porr nicht nur auf die Finger, sondern auch auf die Füße blicken konnten. Dabei lauschten sie gespannt der Geschichte vom kleinen Peter, der das Gartentor offen stehen ließ und damit eine kleine Katastrophe in der ländlichen Idylle auslöste, die von der Orgel in so heimeligen Klangfarben vermittelt wurde. Den Text sprach Milena Cestao, die früher beim Jungen Theater Leverkusen spielte und inzwischen ein Schauspielstudium an der Folkwang-Hochschule in Essen begonnen hat.

Einige Kinder kannten Sergej Prokofjews Klassiker „Peter und der Wolf“ längst und wussten auch, dass dieses musikalische Märchen normalerweise von einem ganzen Orchester gespielt wird. Für diese Gruppe stellte Porr eine besondere Aufgabe. Denn die Orgel kann zwar eine ganze Reihe von Orchesterinstrumenten nachahmen wie die Flöte, die in der Geschichte das Tirilieren des kleinen Vogels übernimmt, oder das Entengequake der Oboe, das Katzenschnurren der Klarinette und das Fagott, das wie der Großvater brummelt. Nur bei einem Effekt musste sich der Organist wirklich etwas einfallen lassen, denn für die vorgeschriebene Pauke bietet seine „Königin der Instrumente“ keinen adäquaten Ersatz. Das sind die Gewehrschüsse der Jäger, beobachteten einige Kinder ganz richtig.

Und sie hatten auch genau gesehen, wie sich der Organist zu helfen wusste, um es ordentlich aus den Pfeifen donnern zu lassen: Er schlug mit den ganzen Handflächen so viele Tasten gleichzeitig an wie er erwischen konnte.

Einigen Kindern, die das glimpfliche Ende der Geschichte offenbar noch nicht kannten, war es vorher schon unheimlich geworden. Als sich der Wolf mit unheimlichen Klängen anschlich und sich in der Musik die Dramatik bereits abzeichnete, rückten die ersten Zuhörer dichter aneinander, einige suchten Schutz bei Mama und Papa. Aber die verließen sie nach der Aufführung auch wieder, weil es da nämlich die Möglichkeit gab, einen Blick in das Innere der Orgel zu werfen, über deren Aufbau Porr kindgerecht erzählte. Dazu gehört auch diese Zahl: 2583. So viele Pfeifen verschiedener Größe stecken in der Bielertorgel.

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