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Burscheid.: MGV Dürscheid überzeugt mit schwereloser Leichtigkeit

Burscheid. : MGV Dürscheid überzeugt mit schwereloser Leichtigkeit

Nur kurz sorgten die Sänger des Männergesangvereins Dürscheid für Verwirrung. Zu Konzertbeginn kamen sie auf die frühlingshaft dekorierte Bühne im ausverkauften "Haus der Kunst", stellten sich in Gruppen zusammen und plauschten munter, als hätten sie kein anstrengendes Konzert vor sich. Die Szenerie veränderte sich sofort, als der musikalische Leiter Volker Wierz das Podium betrat und den Titel "Gedanken vor Konzertbeginn" (Wise Guys) anstimmte. Darin heißt es unter anderem: "Neues Spiel, neues Glück, wie wird's wohl heute sein? In diesen Saal geh'n ja ziemlich viele Leute rein! Frage Nummer eins: Ist das Publikum gut drauf?" Ja, das Publikum war gut drauf und ganz begeistert von der Zeitreise durch die deutsche Popmusik unter dem Motto: "Und wir singen uns're Lieder".

Ewa neun Monate hatten sich rund 40 Sänger - darunter drei Neue - auf das Konzert vorbereitet und fast alle Stücke neu einstudiert. Eine schwerelose Leichtigkeit schufen die Chorkünstler mit Melodien wie "Die kleine Kneipe" von Peter Alexander und "Eine neue Liebe" von Jürgen Markus. Letzteres wurde ohne instrumentale Begleitung gesungen - Zeugnis einer großen Virtuosität. Mit Solo-Stücken bestachen vier Männer: Bernd Gerressen sang als Bill Ramsey (eigens dazu ließ er den Bart wachsen) "Pigalle", "Zuckerpuppe" und "Ohne Krimi". Rainer Konertz glänzte im Kosaken-Kostüm mit der Schiwago-Melodie. Frank Hemmeter interpretierte "Pflaster" von "Ich und Ich". Ralf Theilenberg imitierte Cicero höchst gekonnt mit dem Stück "Zieh die Schuh aus". Weiterer musikalischer Höhepunkt der ersten Hälfte war ein Medley mit Titeln der Neuen Deutschen Welle.

Nicht minder gut gelang der deutsche Hip-Hop-Rapsong "Haus am See" (Peter Fox). Auch bei Stücken wie "Über sieben Brücken" oder "Major Tom" zum Abschluss sangen die Männer kraftvoll, ausdrucksstark, harmonisch und präzise in Intonation und Endungen. Dazu lieferten Christian Kassühlke (Bass), David Mertin (Piano) und Heinz Reiner Schiefer (Percussion) eine perfekte, unaufdringliche Begleitung. Vorsitzender Michael Brückner führte durchs Programm.

Insgesamt war der Abend eine Demonstration der Sangeskunst, an der es nichts zu rütteln gab. Die Beifallswoge war Lohn für die Akteure und Einladung für weitere Zugaben. Da hatte Volker Wierz ganze Arbeit geleistet. Das Konzert dürfte noch lange im Gedächtnis von Sängern und Besuchern haften bleiben.

(gkf)