Motiv des Täters weiter unklar Trauer um Jaqueline nach tödlicher Messerattacke in Leverkusen

Update | Leverkusen-Rheindorf · Weiterhin unklar ist das Motiv des 34-jährigen Leverkuseners, der sich nach einem tödlichen Angriff auf eine schwangere Frau (35) aus Köln in Rheindorf der Polizei gestellt hat. Der in Haft befindliche Mann schweigt.

Kleine Gedenkstätte im Wendehammer
7 Bilder

Kleine Gedenkstätte im Wendehammer

7 Bilder
Foto: Uwe Miserius

Die Messerattacke, durch die am Freitagabend eine 35-jährige schwangere Frau aus Köln getötet wurde, hat nicht nur in Rheindorf Entsetzen und Mitgefühl ausgelöst. Am Tatort auf der Ilmstraße in Rheindorf-Nord, einer ruhigen Sackgasse, die hauptsächlich von Einfamilienhäusern gesäumt wird, haben Menschen Kerzen und Blumen am Mast eines Verkehrsschildes niedergelegt. Auf einem kleinen Stein zwischen den Kerzen steht „Wir vermissen Dich“ in kräftigem Lila. „Warum hat dieser Mensch unsere geliebte Freundin, Tochter und Mutter auf so eine Weise von uns genommen“, schreibt Heike T. in der Facebook-Gruppe Nettwerk Leverkusen. „Hoffe, sie bekommt für ihren Tod Gerechtigkeit. Ruhe in Frieden, Jaqueline“.

Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist weiter unklar. Der Leverkusener hatte sich nach der Attacke der Polizei gestellt. Doch bisher schweigt er. Laut Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer wurde ihm ein Pflichtverteidiger beigeordnet. Bekannt sei, dass sich die beiden in einer Beziehung befunden hätten. Ob der Mann der Vater des Kindes, das sich noch im Mutterleib befand, war, soll nun eine rechtsmedizinische Untersuchung klären. Nach ersten Erkenntnissen der Rechtsmedizin soll die Frau mehrfach durch Stiche in den Oberkörper getroffen und den Verletzungen erlegen sein. Tatwaffe ist ein Küchenmesser. Worum es in dem Beziehungsstreit genau ging, bleibt weiter offen.

Im Viertel heiße es, „er soll das Kind nicht gewollt haben. Sie sollen sich im Park hier in der Nähe zur Aussprache verabredet haben“, erzählen Anwohnerinnen am Montagmorgen. „Und dann findet sie so ein furchtbares Ende.“

 Trauerbekundungen am Tatort auf der Ilmstraße in Rheindorf.

Trauerbekundungen am Tatort auf der Ilmstraße in Rheindorf.

Foto: Ludmilla Hauser

Die schwangere Frau war am Freitagabend im Wendehammer der Sackgasse attackiert worden und gestorben. Trotz Reanimationsmaßnahmen und notärztlicher Behandlung erlag die Frau noch am Tatort ihren schweren Verletzungen. Die Polizei nahm einen Tatverdächtigen – einen 34 Jahre alten Mann – fest. Laut Medienberichten soll es sich um einen „Deutsch-Türken“ handeln. Die Polizei bestätigte das bisher aber nicht.

Der Mann hatte sich den Angaben zufolge kurz nach der Tat selbst telefonisch bei der Polizei gemeldet. Die Mordkommission gehe von einer „Beziehungstat“ aus, wie es in der Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei Köln heißt. Wie genau der Mann und die Frau zueinander standen, blieb vorerst offen. Anwohner der Ilmstraße hätten gegen 21 Uhr laute Hilfeschreie gehört und die Polizei alarmiert, berichten die Behörden. Die Staatsanwaltschaft Köln reichte einen Haftbefehl beim zuständigen Haftrichter wegen Totschlags ein.

Nach ungesicherten Informationen soll die Tote aus Köln-Mülheim, der mutmaßliche Täter aus Rheindorf kommen. Die Polizei gibt als Herkunftsort lediglich Köln beziehungsweise Leverkusen an. Für die Anwohner war es ein dramatischer Abend. Ein junger Anwohner war gegen 21 Uhr gerade vom Sport nach Hause gekommen, hörte Schreie von der Straße. Beim Hinauseilen sah er einen Mann wegrennen und die Frau im Wendehammer, zückte das Handy, rief die 110. Wenig später winkte er die Einsatzkräfte von der Elbe- in die Ilmstraße. Seine nebenan wohnenden Eltern wollten der 35-Jährigen helfen, eilten in den Wendehammer. „Sie lag mitten auf der Straße. Ihr Oberkörper war unterhalb des Halses voller Blut“, erzählt die Anwohnerin. „Ich habe sie noch gefragt, ob sie mir ihren Namen sagen kann. Das ging schon nicht mehr. Sie hat nur noch geröchelt.“

 Tatort Ilmstraße. Eine schwangere Frau wurde in Rheindorf durch Messerstiche getötet.

Tatort Ilmstraße. Eine schwangere Frau wurde in Rheindorf durch Messerstiche getötet.

Foto: Uwe Miserius

Die Rettungskräfte hätten noch am Tatort „mehr als eine Stunde lang“, sagt das Ehepaar, dessen Sohn den Notruf wählte, versucht, das Leben der Frau zu retten. Am Ende vergeblich. Die Straße sei voller Blaulicht gewesen, berichtet eine Anwohnerin. Sie habe mit ihrem Mann einen Krimi gesehen, als Blaulichtschimmer an den Zimmerwänden zu sehen war. „Ich dachte zuerst, das ist im Fernsehen, doch das kam von draußen“, sagt die Frau. Wenig später sei ein Hubschrauber übers Wohnviertel gekreist.

(toc/LH/bu)
Meistgelesen
Goodbye London-Taxi
Zu defektanfällig – Wupsi trennt sich von On-Demand-Autos in Leverkusen Goodbye London-Taxi
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort