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Leverkusen: Mercedes-Angestellte kämpfen um ihren Standort

Leverkusen : Mercedes-Angestellte kämpfen um ihren Standort

Michael Strunk ist KfZ-Mechaniker. Im Alter von 15 Jahren begann er, bei Daimler/Mercedes zu arbeiten. Nun ist er 47 Jahre alt und kämpft täglich mit der Angst, seinen Job zu verlieren. Deshalb trägt Strunk den IG-Metall Button "Unsere Niederlassung. Unsere Zukunft" am Blaumann und stand gestern mit etwa 25 weiteren Mitarbeitern des Leverkusener Mercedes Benz-Betriebes am Overfeldweg.

Strunk und seine Kollegen protestierten gegen die Vorhaben des Konzerns, große Teile ihrer deutschlandweit 158 Betriebe zu fusionieren, in Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) umzuwandeln und/oder zu verkaufen.

Die Daimler-Spitze hatte am 28. April mit dem Konzept "Own Retail - Neuausrichtung der Niederlassungen" einen massiven Umbau des eigenen Vertriebsnetzes beschlossen. "Ich hab' nur noch ein Kribbeln im Magen. Man weiß nicht, was kommt, was als nächstes passiert", sagt Strunk. "Jedes Mal, wenn ich einen Mercedes auf der Straße sehe, habe ich die Angst wieder im Kopf." Rund 1000 Angestellte sind in der Niederlassung Köln-Leverkusen beschäftigt. In der Daimler-Konzernzentrale in Stuttgart führte eine Verhandlungskommission, unterstützt von den Betriebsratschefs aller deutschen Niederlassungen, gestern mit der Unternehmensführung Gespräche. Im Laufe der Leverkusener Protestaktion sickerte durch, dass der Standort nach Angaben der Geschäftsführung definitiv mit einem oder mehreren anderen Niederlassungen zusammengelegt werden wird. Die Befürchtungen der protestierenden Leverkusener, den Job zu verlieren, stiegen so freilich an.

"Hier arbeiten hoch qualifizierte Angestellte aus Handwerksberufen", preist Thomas Schmidt aus dem Betriebsrat der Niederlassung die Lackierer, Karosseriebauer, Sattler, Lageristen und Industriekaufmänner an. "Unser Ziel ist es, den Verkauf der Niederlassung zu verhindern und den sozialen Kahlschlag zu vermeiden", betont Schmidt. Nach Angaben seines Betriebsrats-Kollegen Herbert Ringe versucht der Konzern, die vereinbarte Betriebsrente bei den geplanten Umwandlungen in GmbHs drastisch zu senken. "Ich würde beispielsweise 300 Euro netto im Monat weniger bekommen", sagt Ringe. "Es gibt keine Lohnerhöhung, die das ausgleicht."

(RP)