Mehr Blumenwiesen für Leverkusen

Pollen- und Nektarquelle : Platz für Bienen – Blumenwiese statt Schotterwüste

„Diese Blumenwiese ist ein besonders schönes Beispiel, man findet hier über 30 verschiedene Arten“, sagt der Leiter des Naturgut Ophoven, Hans-Martin Kochanek, vor einer Blühwiese in Bergisch Neukirchen.

Diese  Wiesen sind eine wichtige Pollen- und Nektarquelle für die immer seltener gewordenen Wildbienen und andere Insekten. Mittlerweile hat die Stadt Leverkusen an der Rennbaumstraße in Opladen und auch im Friedenspark in Rheindorf solche blühenden Areale angelegt.

Auch Privatpersonen können dem Beispiel der Stadt folgen und ihre Vorgärten in eine Heimat für Wildbienen verwandeln, hieß es am Donnerstag beim Pressetermin. Von den Tieren gehe auch keine Gefahr aus, denn sie seien äußerst friedlich, und viele Arten könnten  nicht stechen. „Selbst mitten in der Stadt kann man auf seinem Balkon eine kleine Blühwiese im Topf anlegen“, sagt Kochanek. Doch sollten  vor der Aussaat ab Mitte März ein paar Tipps befolgt werden.

„Das Wichtigste ist die Standort­entscheidung“, sagt der stellvertretende Leiter des Grünflächenamts, Ulrich Hammer. Die Wahl sollte auf einen möglichst sonnigen Platz fallen, und der Boden muss vor der Aussaat vorbereitet werden. In Leverkusen sind die Böden meistens zu nährstoffreich, und nur das konkurrenzfähige Gras kann sich durchsetzen. Als ersten Schritt für eine Artenvielfalt in seinem Garten muss der Boden in einer zehn Zentimeter dicken Schicht abgetragen und danach Sand oder Lehm eingearbeitet werden. „Das ist wirklich anstrengend, ich würde unbedingt empfehlen, es maschinell zu erledigen“, sagt der Leiter des Naturguts.

Danach müssen heimische Samen besorgt werden, denn Insekten finden in gezüchteten Blumen keine Nahrung. „Die Kosten für zehn Quadratmeter Blumenwiese betragen ungefähr zehn Euro“, sagt Hammer. Wenn die Pflanzen blühen, dauere es etwa drei Monate, bis sie verwelken. Diese Wiesen müssen ein bis zweimal im Jahr abgemäht werden, damit es auch im folgenden Jahr wieder bunt im Garten wird. Bei den Bodenverhältnissen in Leverkusen blüht eine Blumenwiese drei Jahre lang. Danach muss wieder neu ausgesät werden.

„In meinem Garten hat es dieses Jahr nicht funktioniert, weil ich den ersten Schritt einfach weggelassen habe“, sagt die Baudezernentin Andrea Deppe und lacht. Doch nächstes Jahr will sie es erneut probieren. Damit mehr Menschen es ihr gleichtun, wird in den kommenden Wochen eine Anleitung zum Anlegen einer Blühwiese auf der Internetseite des Naturguts veröffentlicht.