Leverkusen/ Köln: Mehr Baustellen-Koordination, weniger Staus

Leverkusen/ Köln : Mehr Baustellen-Koordination, weniger Staus

Für die Verkehrsteilnehmer in Köln, Leverkusen und Bonn sollen bessere Zeiten anbrechen: Städte, Landesbetriebe, Bahn und Stadtwerke sollen ihre Straßenbauprojekte verschärft koordinieren. Ist das der Durchbruch?

Frank Syring ist begeistert: Über ein paar Klicks auf der behördeninternen Internet-Plattform zu "Mobil im Rheinland" kann sich der Leverkusener Tiefbauamtsleiter alle größeren Straßenbauprojekte (mit Bauzeit von über zwei Monaten) in der Umgebung anzeigen lassen. "Dadurch können künftig Konfliktbaustellen frühzeitig erkannt und unnötige Staus vermieden werden," erklärte dazu am Freitag Regierungspräsidentin Gisela Walsken. "Ja, dieses erweiterte Baustellenmanagement ist ein Durchbruch", lobte Syring im Gespräch mit unserer Redaktion.

Bedeutet: Muss beispielsweise die Lützenkirchener Straße länger gesperrt werden, dann soll es nicht gleichzeitig auf der Umleitungsstrecke Quettinger Straße eine zweite Großbaustelle geben. Ein durchaus realistisches Szenario, wenn die eine Baustelle von der Stadt und die andere von den Stadtwerken betrieben würde.

Noch wichtiger ist die Baustellen-Plattform für die Information zu Großbaustellen in Nachbarstädten oder auf Autobahnen. Die Sanierung der A 59 (wie jetzt am Wochenende) oder die Sperrung der A 3-Abfahrt Solingen haben direkte Auswirkungen auf die Straßenbelastung in Opladen, Rheindorf oder Wiesdorf. Da solche Maßnahmen möglichst zwei Jahre im Voraus ins Internet gestellt werden sollen, können die Kommunen ihre Baustellen besser koordinieren.

Die Autobahn- und Landstraßenbehörde Straßen.NRW kündigte ebenfalls an, "ab sofort regelmäßig über ihre großen Baustellenplanungen die wichtigen Gesprächspartner über das Formelle hinaus zu informieren" (www.strassen.nrw.de/projekte/baustellenplanung/index.html). Es soll jährlich Konferenzen mit den beteiligten Städten geben. Nach Vorstellung von Regierungspräsidentin Walsken sollen sich alle an dem Baustellen-Management beteiligen, die mit ihren Projekten den Verkehrsfluss beeinträchtigen könnten.

Dazu zählen die Kommunen und Städte, die Landesbehörden, die Bahn (wenn sie etwa länger an Brücken über Straßen arbeiten lässt), Stadtwerke wie die EVL oder auch RWE und andere Unternehmen, die etwa für Ferngas- und Telefonleitungen oder Kanäle die Straßen aufreißen wollen. Die Baustellen sollen zunächst mit möglichst genauen Angaben auf die interne Internetseite gestellt werden. Die Projekte werden dann durch Steuerungs- und Arbeitsgruppen koordiniert.

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Spannend wird dies, wenn der Rheinbrückenbau und der Autobahnumbau in Leverkusen startet. Sobald der Baustellentermin verbindlich feststeht, kommt der Bürger über die öffentlich zugängliche Internetseite "www.mobil-im-rheinland.de" an die Fakten. Erste zarte Informationshappen stehen für Leverkusen schon im weltweiten Netz: etwa die Kreisverkehr-Baustelle an der Langenfelder Straße in Hitdorf.

An dem Konzept zur Baustellenkoordinierung waren laut Bezirksregierung die Verantwortlichen für den Straßen- und Schienenverkehr der Regionen Köln-Leverkusen und Bonn-Rhein-Sieg beteiligt. Dazu arbeiteten "Vertriebs- und Logistikverbände sowie örtliche Großunternehmen und Vertreter aus der Politik mit", meldete Köln.

(RP)