Medienscouts helfen an Leverkusener Schulen im Umgang mit Sozialen Medien

Medienscouts an Leverkusener Schulen : Hilfe im Dschungel von Instagram und Co.

Als Medienscouts helfen Nina und Julia ihren Mitschülern mit dem richtigen Umgang von Sozialen Medien und warnen vor Gefahren.

Wie funktionieren eigentlich die sogenannten Sozialen Medien? Wie lassen sich Fakten von Fake News unterscheiden und worauf muss man beim Umgang mit Whatsapp, Instagram und Co. achten, um die eigenen Daten zu schützen? All diese Fragen können Medienscouts beantworten – Jugendliche, die im Umgang mit Medien, und dabei besonders mit den Sozialen, geschult sind. Julia Helpenstein und Nina Vogelsang sind zwei von ihnen, sie besuchen das Lise-Meitner Gymnasium. Nach ihrer Ausbildung zu Medienscouts helfen sie nun jüngeren Schülern dabei, verantwortungsbewusst mit Whatsapp, Instagram und Co. umzugehen.

Die 14-Jährige Julia besucht die neunte Klasse. Sie ist seit 2017 bei den Medienscouts. Damals besuchte sie als Klassensprecherin eine Infoveranstaltung für Fünft- und Sechstklässler zum Thema Medien. „Ich habe mich häufig gemeldet. Nach der Infostunde kam Frau van Betteraey zu mir und fragte mich, ob ich nicht mal mit zu einem Treffen der Medienscouts kommen möchte.“ Sie wollte, denn das Thema interessierte sie sehr. Bei den Schulungen lernte sie vieles, über das sie sich vorher noch nie Gedanken gemacht hatte. Gerade deswegen sei es wichtig, vor allem jüngere Schüler zu informieren, sagt Julia. Außerdem mache es ihr Spaß, Wissen weiter zu geben.

Bei der 16-jährigen Nina lief es ähnlich. 2015 statteten einige Medienscouts ihrer Klasse einen Besuch ab und berichteten über ihre Arbeit. Mit zwei Freundinnen entschied sie schließlich, selbst Medienscout zu werden. Beide Schülerinnen können sich vorstellen, künftig im Medienbereich zu arbeiten. Julia hat schon klare Vorstellungen. „Ich möchte später entweder etwas in Richtung Naturwissenschaften machen oder bei einer Redaktion arbeiten –  am liebsten online.“

Die Medienscouts werden zu aktuellen Themen wie Cybermobbing, Datenschutz, Privatsphäre und Rechtssicherheit im Internet geschult. Ziel ist es, dass die Teilnehmer bereits während der Schulungsphase Projekte an der eigenen Schule durchführen. Die Medienscouts haben viel zu tun. Oft sind sie gefragt, wenn es um Probleme wie Ausgrenzung innerhalb sozialer Medien geht, erzählt Julia. „Wir gehen dann in die Klassen und klären beispielsweise über Bildrechte, Urheberrechte und manchmal auch über richtiges Benehmen in den Sozialen Medien auf.“ Außerdem halten sie jedes Jahr in der fünften Klasse Infoveranstaltungen ab, um auch bei den Jüngsten Interesse für ein Engagement als Medienscout zu wecken.

Einer der Höhepunkte war die Projektwoche im vergangenen Jahr. Damals hatten sich 25 Schüler angemeldet.  An drei Tagen vermittelten die Medienscouts ihren Mitschülern Wissen rund um soziale Netzwerke. Die Schüler durften kleine Lernfilme produzieren und sie dann am Ende der Woche präsentieren. Ein voller Erfolg, denn im Anschluss wurden einige Schüler im Anschluss an die Projekttage selbst zu Medienscouts an der Schule.

Athisakthy Dederichs begleitet die Schüler am LMG gemeinsam mit Lena van Betteraey in der Ausbildung. Die Diplominformatikerin möchte „als Vorbild dienen“. „Der Umgang mit digitalen Medien ist gerade bei der jungen Generation sehr wichtig. Viele Schüler erkennen die Risiken und Gefahren der Mediennutzung nicht. Deswegen sehe ich mich dazu verpflichtet, die Jugendlichen und Kinder zu begleiten und sie zu schulen.“

Für Dederichs seien Julia und Nina Vorbilder für die heranwachsenden Medienscouts des Lise-Meitner-Gymnasiums. „Außerdem ist es wichtig, für die jungen Schüler mit Jugendlichen auf Augenhöhe zu sprechen“, betont Athisakthy Dederichs. Aufhören wollen Julia und Nina trotz zunehmenden Schulstresses nicht. Wenn sie gebraucht werden, stünden sie weiterhin zur Verfügung.