Meckhofen: Protest gegen Gasleitung

Brief an den Oberbürgermeister : Meckhofen: Protest gegen Gasleitung

Die Vorbereitungen von Open Grid Europa laufen. Anwohner warnen vor der Gefahr durch die Verlegung.

Der Protest aus Meckhofen gegen die Gasleitung, die mitten durch den Ortsteil führen soll,  ist nicht laut und krawallig, dennoch seit  Jahren sehr entschieden. Nun hat das Unternehmen Nordrheinische Erdgastransportleitungsgesellschaft (NETG) über die Baufirma Open Grid Europa mit Vorbereitungen begonnen und  aus Meckhofen flattert Oberbürgermeister Uwe Richrath dieser Tage ein offener Brief ins Haus.

Die Pipeline habe einen Durchmesser von 90 Zentimetern und soll mit einem Druck von 70 bar laufen. „Wenn man weiß, welche Verheerungen bereits eine Haus-Gasleitung anrichten kann, erkennt man die Gefährlichkeit dieser durch unser Wohngebiet Meckhofen geplanten Leitung. Allerdings sehen die Genehmigungsbehörden (hier Bezirksregierung Köln), diese Gefährdung nicht, da ja strenge Auflagen und Kontrollen die Leitung (theoretisch) sicher machen“, schreibt Anwohnerin Brigitte Zastrow-Loh. „Gleichwohl kommt es immer wieder zu schlimmen Unfällen. Vorgeschoben wird als ,übergeordnetes Interesse’ die Versorgung der Bevölkerung mit Gas. Dieses ,übergeordnete Interesse’ wird allerdings auch bedient, wenn eine Leitung durch freies Gelände führt.“

Das bisherige Genehmigungsverfahren seit 2005 sei für die Anwohner sehr undurchsichtig, eine Bürgerbeteiligung habe es in Meckhofen nie gegeben. „Die Planungen wurden nur den  Trägern öffentlicher Belange zugänglich gemacht, die Zeit der Offenlage zur Einsicht der Pläne um Weihnachten 2013 herum wurde nur im Amtsblatt der Stadt Leverkusen Nr. 40 veröffentlicht. Damit meint man, die Öffentlichkeit ausreichend informiert zu haben!“ Aber welcher Bürger lese regelmäßig das Amtsblatt?, fragt Zastrow.

Die Auslegefrist sei wegen der Ferien verkürzt gewesen. Und nur durch Zufall sei bekannt geworden, dass nun Grünstreifen  für den Leitungsbau abgeholzt werden sollen. „Wir Anwohner der Straße Schulberg sind nun entsetzt darüber, dass die Leitungsführung durch unsere Grünanlage direkt neben den ersten Häusern, keine 15 Meter von den Häusern entfernt, realisiert werden soll. Der ursprüngliche Plan stammt aus 2005, damals waren viele Häuser noch nicht gebaut, und die Pflanzen und Bäume des Grünstreifens waren noch kaum gepflanzt“, heißt es weiter. „Heute, nach nunmehr 14 Jahren Planungszeit, ist dort ein Park mit Bänken, die Bäume sind zehn bis 15 Meter hoch und beherbergen viele Vögel und Fledermäuse. Dieser Grüngürtel filtert für den gesamten Schulberg und auch Häuser an der Berliner Straße Luft, Feinstaub und Lärm von der viel befahrenen Berliner Straße und soll für den Leitungsbau komplett gerodet werden.“

Später dürfe dort wegen der Leitung nichts mehr gepflanzt werden. „Angesichts der heutigen Klimaproblematik ist es unverantwortlich, den Grünstreifen und die Bäume abzuholzen“, betont Zastrow im Brief an den Stadtchef und schließt Forderungen an: „Wir verlangen, dass vonseiten der Bürgervertreter und der Bezirksregierung alles getan wird, dass die Leitung so verlegt wird, damit davon dauerhaft keine Gefährdung für uns Anwohner ausgeht und dass der Grünstreifen, der sowohl aus Naturschutzgründen als auch zur Erhaltung des Kleinklimas notwendig ist, erhalten bleibt.“

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