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Leverkusen: Manfred I. gibt den singenden Prinzen

Leverkusen : Manfred I. gibt den singenden Prinzen

Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn am Knie verletzt – Bürgermeisterin Eva Lux übernimmt die Proklamation. Die Tage zwischen Sessionsbeginn und Prinzenproklamation hat Leverkusens Prinz Manfred I. (Kafier) genutzt, um bei den Leverkusener Karnevalsgesellschaften seinen Antrittsbesuch zu machen.

Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn am Knie verletzt — Bürgermeisterin Eva Lux übernimmt die Proklamation. Die Tage zwischen Sessionsbeginn und Prinzenproklamation hat Leverkusens Prinz Manfred I. (Kafier) genutzt, um bei den Leverkusener Karnevalsgesellschaften seinen Antrittsbesuch zu machen.

 FLK-Präsident Uwe Krause, der närrische Sprücheklopfer.
FLK-Präsident Uwe Krause, der närrische Sprücheklopfer. Foto: Miserius, Uwe

Dabei bewies der Ruheständler Sinn für Humor und "drohte" im nächsten Jahr als "Kinderprinz" zurückzukommen, wenn die Lästerei über seine Körpergröße nicht aufhöre. Bei seiner offiziellen Inthronisierung am Samstag im Terrassensaal des Forum demonstrierte er, dass seine Größe nicht unbedingt von Nachteil ist: Auf der Bühne packte der 62-Jährige eine niedrige Tischtennisplatte und den übergroßen Kamelleschläger aus, den ihm Bürgermeisterin Eva Lux vor knapp zwei Wochen überreicht hatte, und forderte die Landtagsabgeordnete (die den am Knie verletzten Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn vertrat) mit einem üblichen Tischtennisschläger zum Duell heraus. "Der Prinz ist nicht nur ein Kölner, sondern auch noch gemein", sagte Eva Lux, ehe sie kurzerhand die Schläger tauschte.

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Vorausgegangen war ein witziges Wortgeplänkel zwischen beiden, bei dem Lux dem in Köln geborenen Prinzen unterstellte, er sei auserkoren worden, sich "heimlich bei uns einzuschleichen, um dann die Macht hier zu erheischen." Sprachs und versteckte den Rathausschlüssel, den sie zuvor noch am Armgelenk getragen hatte, im Dekolleté ihres Kleides.

Nachdem Prinz Manfred I. mit goldenem Glitter bestäubt worden war und das Zepter als Zeichen seiner Würde aus den Händen von FLK-Präsident Uwe Krause entgegen nahm, konterte er: "Die pure Angst schon jetzt Sie treibt, was am Ende wohl für Sie noch übrig bleibt, wenn im Rathaus am Ende ich residiere und mit den Jecken Fastelovend fiere."

Uwe Krause, zugleich Sitzungsleiter der Veranstaltung, hatte eine "zügige Proklamation" versprochen. Auch deshalb war Ex-Prinz Dieter III. bereits beim Sessionsauftakt mit dem Blauen Zylinder verabschiedet worden. Im Publikum kam die verkürzte Zeremonie gut an. Deutlich weniger Menschen als in den Vorjahren verließen während der Feierlichkeit den Saal.

Sie wurden deshalb auch Zeugen, als Prinz Manfred I. erstmals sein selbst verfasstes Lied "Ich bin der Prinz, der Musik mäht" präsentierte, obwohl anfangs die Technik streikte. Was Krause umgehend zum Appell an den Stadtfinanzdezernenten nutzte, Geld in die Erneuerung zu investieren. Wie es sich die Tollität gewünscht hatte, waren Ehefrau Gudrun, Kinder und Enkel bei der Proklamation dabei.

Ein Wunsch blieb Prinz Karneval jedoch verwehrt: mehr Beteiligung an der Sitzung aus der Bevölkerung. Tatsächlich waren im ausverkauften Terrassensaal des Forum überwiegend Offizielle und Uniformierte der Karnevalsgesellschaften vertreten.

(gkf)