Manfred Herchenhein zeigt Ausstellung in der Sparda-Bank in Opladen

Ausstellung in der Sparda-Bank : Jecken in ersten Momenten

Manfred Herchenhein unterstützt mit seiner Ausstellung die GGS Opladen.

Fast kaum ein fröhlich-unbeschwertes Lächeln mit Blick in die Kamera ist zu sehen. Vielmehr vermitteln die Menschen einen ernsten, zurückgenommenen Eindruck. Den Titel des Karnevalsliedes „Wenn et Trömmelche jeit, dann stonn se all parat …“ hat Manfred Herchenhein allerdings wörtlich genommen, als er zahlreiche Momentaufnahmen am Rande des Opladener Rosenmontagszuges eingefangen hat. Eine Stunde vor Zugbeginn war er speziell dazu auf der Kölner Straße unterwegs. Manche Jecken – darunter etliche Zuschauer – sind bis zur Unkenntlichkeit maskiert. Andere, vorrangig Zugteilnehmer, sind auf den ersten Blick wieder zu erkennen.

Bis jetzt dürften die Protagonisten allerdings nicht geahnt haben, dass ihre Bilder seit Dienstag öffentlich in Geschäftsstelle der Sparda-Bank, Kölner Straße 118-120, zu sehen sind. Um Erlaubnis hatte er im Vorfeld nicht gefragt. „Das Risiko muss ich eingehen“, sagte der Fotokünstler bei der gestrigen Ausstellungseröffnung unter der Überschrift „Karnevalsportraits“. Immerhin seien die Aufnahmen für einen guten Zweck bestimmt. Denn der Verkaufserlös – von der Sparda-Bank um einen nicht näher definierten Betrag aufgestockt – soll dem Förderverein der GGS Opladen für das Projekt „Teilnahme am Rosenmontagszug“ zukommen. Er hoffe, sagte Herchenhein, die 24 abgebildeten Menschen seien vorrangig an einem Kauf interessiert.

Seit einigen Jahren ist Herchenhein Mitglied im Verein zur Förderung künstlerischer Bildmedien Bayer e.V. Leverkusen (VFkB), hatte bislang aber nur an Gemeinschaftsausstellungen seines Vereins teilgenommen. Im Beisein zahlreicher Freunde und Vereinskameraden erläuterte der 73-jährige ehemalige kaufmännische Bayer-Angestellte zum Auftakt seiner Premierenausstellung: „Der Rosenmontagszug 2014 war für mich der Ergiebigste unter fotografischen Gesichtspunkten. So viele Kostümierungen, wie in dem Jahr, habe ich davor und danach nicht gesehen.“

Kulturdezernent Marc Adomat betonte, dass in der Filiale auch jene Künstler eine Bühne bekämen, die sonst keine Gelegenheit zu Ausstellungen hätten. Sparda-Bank-Filialleiterin Christina Spermann erinnerte daran, dass die Bank ihre Räume bereits im 15. Jahr für diese Zwecke zur Verfügung stelle. Dass sie selber auch deshalb einen persönlichen Bezug zu Karneval hat, weil ihr Stellvertreter Ralf Görres im Jahr 2013 als Kölner Prinz Ralf III als ranghöchster Repräsentant des rheinischen Karnevals fungierte, dürfte dabei keine Rolle gespielt haben. Die großformatigen Porträts sind noch bis Aschermittwoch während der üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen.

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