Männerchor Bayer Leverkusen sucht Verstärkung

Bayer Männerchor : 60 Männer, Tanz und Dudelsack

Der Männerchor Bayer Leverkusen hat Nachwuchssorgen und geht neue Wege.

Die Erinnerung ist noch nicht verblasst. Es war vor sechs Jahren, als der Männerchor Bayer Leverkusen erstmals versuchte, neue Wege zu gehen. In wochenlanger Probenarbeit studierten die Sänger diverse Stücke mit dem damaligen Chorleiter Ulrich Jung ein. Darunter Titel der Beach Boys, von Elvis Presley oder Harry Belafonte, um nur einige zu nennen. Speziell die Klang-Fusion mit Lokalmatador Pit Hupperten – inzwischen ein Sänger der Bläck Fööss – sollte Verstärkung bringen. Doch der Plan scheiterte. Nach dem Konzert meldete sich nicht ein neuer Sänger.

Statt aufzugeben setzte man die Suche nach Nachwuchs fort. Unter anderem mit der gerade erst beendeten Werbeaktion unter dem Motto „Frisches Konzept trifft auf Tradition“. Die niederschmetternde Bilanz: Von insgesamt 16 Interessenten blieben nur zwei Männer übrig. „Mit unserer Kampagne waren wir ziemlich blauäugig“, räumte Vorsitzender Uwe Fuhrmann ein.

Doch Harald Jüngst kann und will sich nicht mit dem Schreckgespenst vom aussterbenden Männerchor abfinden. Er sieht die Situation deshalb etwas entspannter. „Es wäre doch toll, wenn wir jedes Quartal zwei neue Sänger bekämen“, meinte er augenzwinkernd und fügte ernst hinzu: „Wir dürfen nicht zu ungeduldig sein. Ich denke, durch schöne und vielseitige Konzerte bekommen wir eine bessere Außenwirkung“. Der 55-jährige Musikdirektor leitet den Chor seit Januar und verfolgt einen anderen Ansatz. Sein Bestreben sei unter anderem ein Kontrapunkt gegenüber dem Chorgesang. „Leute nur für ein Chorkonzert außer Haus zu locken, ist schon fast unmöglich“, sprach er Klartext. „Man muss ihnen heutzutage etwas mehr bieten.“

Versucht werden soll das beispielsweise schon beim bevorstehenden Projekt-Konzert am Freitag, 24. Mai, um 19.30 Uhr im Erholungshaus an der Nobelstraße. Dann präsentieren 60 Sänger im neuen Outfit am Vorabend des 115. Gründungtages zahlreiche Ohrwürmer der Neuzeit und Melodien aus Musicals wie „Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber. Der Titel lautet in Anlehnung an den gleichnamigen Abba-Titel „Thank you for the music“. Darüber hinaus sollen die Düsseldorfer Dudelsackband „Rhine Area Pipe and Drums“ und das Tanz-Ensemble der TSG Leverkusen weitere Höhepunkte setzen, so dass die „Leute den Chorgesang dafür in Kauf nehmen“, scherzte Jüngst und ergänzte: „Man muss ein bisschen mehr Fantasie in die Konzerte bringen. Und das Alte mit dem Neuen verbinden. Das ist mein Anspruch und mein Bemühen.“ Für die Zukunft hat Jüngst schon viele weitere Ideen. Dazu zählen unter anderem weitere Projekte mit begrenzter Probenzahl.

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