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Leverkusen: Mädchen für IT-Berufe begeistern

Leverkusen : Mädchen für IT-Berufe begeistern

Katrin Drisch macht eine Ausbildung zur Fachinformatikerin bei Bayer Business Services. Beim bundesweiten Aktionstag Girls' Day möchte die 19-Jährige andere Mädchen ermutigen, einen männertypischen Beruf zu ergreifen.

Jungen werden Mechaniker, Programmierer oder Professor. Mädchen werden Friseurin, Tierärztin oder Grundschullehrerin. Katrin Drisch beweist, dass das nicht sein muss. Die 19-Jährige aus Steinbüchel macht eine Ausbildung in einem Beruf, der eher männertypisch ist. Vor zwei Jahren entdeckte sie beim Girls' Day ihre Leidenschaft für IT.

Nach ihrem Abitur am Werner-Heisenberg-Gymnasium begann die 19-Jährige im September bei Bayer Business Services das duale Ausbildungs- und Studienprogramm "WIN". Das Programm kombiniert die Ausbildung zur Fachinformatikerin mit dem Studiengang "Information Science for Business" an einer Fachhochschule. Nach drei Jahren hat Drisch ihren Abschluss "Bachelor of Science" in der Tasche.

Einblicke in technische Berufe

Beim bundesweiten "Girls' Day", in der deutschen Variante "Mädchen-Zukunftstag", wollen Unternehmen, Behörden, Hochschulen und Forschungseinrichtungen — auch in Leverkusen — gegensteuern und Mädchen Einblicke in technische Berufe bieten.

Bei Bayer Business Services werden in diesem Jahr 60 Schülerinnen der Klassen acht bis zwölf erwartet. "Das Ziel ist, mehr junge Frauen für die spannenden IT-Berufe bei Bayer zu begeistern und den Frauenanteil der qualifizierten Fachkräfte zu erhöhen", sagt Bayer Business Services-Sprecher Jan Schüttler. Bayer stellt beim Girls' Day nicht nur IT-Ausbildungsberufe vor. Auch praktische Übungen stehen auf dem Programm: Die Mädchen lernen etwa, wie man mit Laptops, Software und Social Media umgeht.

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Katrin Drisch wird am kommenden Donnerstag versuchen, anderen Mädchen die Ausbildung zur Fach- und Wirtschaftsinformatikerin schmackhaft zu machen. "Ich möchte den Mädchen zeigen, dass IT-Berufe Spaß machen und ihnen klar machen, dass sie keine Berührungsängste mit technischen Berufen haben müssen", sagt die 19-Jährige, die sich schon immer für Computer interessiert hat. "Ich habe schon als Kind Geräte auseinander- und wieder zusammengebaut", erzählt die Steinbüchelerin.

Das praxisorientierte Bayer-Studienprogramm "WIN" startet mit einer zweieinhalbjährigen Ausbildung zur Fachinformatikerin. Parallel dazu studiert Katrin Drisch, die sich auf die Fachrichtung Anwendungsentwicklung spezialisiert hat, an einer privaten Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Immer abends und samstags muss die 19-Jährige zur Uni. "Das ist zeitintensiv, aber man gewöhnt sich ganz schnell dran", sagt sie. In ihrer Ausbildung beschäftigt sich Drisch unter anderem mit Betriebswirtschaft, betrieblichen Informationssystemen, Methoden des Softwareengineering, der Softwareentwicklung und Datenbanken. "Ich lerne unter anderem, wie man Arbeitsabläufe optimiert. Das Schöne am Programmieren ist, dass man hinterher sieht, was man geschafft hat. Entweder es funktioniert — oder es funktioniert nicht."

Männer in der Überzahl

Der Beruf des Informatikers galt lange als Männerdomäne. "Die Männer sind zwar immer noch in der Überzahl", sagt Drisch. Aber in den letzten Jahren seien immer mehr Frauen hinzugekommen. "Ich finde, dass man mit Männern richtig gut zusammenarbeiten kann." Davon möchte Drisch auch andere Mädchen überzeugen.

(RP)