Lützenkirchen feiert "richtig tollen Dorf-Karneval"

Karnevalszug in Lützenkirchen : Ein „richtig toller Dorf-Karneval“ mit echter Muskelkraft

Zunächst waren die Mitwirkenden skeptisch, ob die Neuerungen funktionieren würden. „Eigentlich schade, dass wir jetzt auf so viele Dinge achten müssen. Es schwächt etwas den schönen Charakter“, urteilte Claudia Semler von der Gruppe „Die Jecken Schafe“, die zum elften Mal beim Holzhausener Karnevalszug mitwirkten.

Stunden später stellte sich heraus: Alles funktionierte bestens. Bernd Lorenz, Vorsitzender der Freunde des Holzhausener Karnevals, war zufrieden, dass die Veränderungen von Anfang gut angenommen wurden. Sie waren den Veranstaltern wegen des starken Besucherandrangs von Stadt und Polizei zur Auflage gemacht worden und bedurften im Vorfeld einiger organisatorischer Änderungen.

So war es bislang üblich, dass vorbeiziehende Gruppen am Sportplatz vom Narrenfürst begrüßt wurden. Da der Aufstellort jetzt 200 Meter weiter an der Ecke Dohrgasse/Auf dem Bruch war, übernahm Ex-Prinz 2017 HaJü die Aufgabe. Zugleich erteilte Lorenz Gerüchten eine Absage, der Zug sei wegen der verschärften Sicherheit im nächsten Jahr gefährdet: „Das ist Quatsch. Der Zug ist sicher.“ Toni Blankerts, Lützenkirchener und Zuschauer der ersten Stunde, dürfte es gefreut haben. „Es ist toll, was die Teilnehmer immer wieder auf die Beine stellen“, lobte er.

Die Ehrendorfgarde „Flotte Karotten“ leuchtete am Sonntagnachmittag so richtig in knalligem Orange gegen die eher dunklen Wolken. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Auch Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes war einer von zigtausend Zuschauern. „Hier wird noch richtig toller Dorf-Karneval gefeiert“, schwärmte er vom kleinsten Leverkusener Narrentreck, bei dem alle Wagen mit Muskelkraft bewegt werden. Das galt auch für das umgestaltete Fuhrwerk der „Flotte Karotten“. Bei ihrer zwölften Zugteilnahme präsentierten die Ehrendorfgarde und Kommandant Wolfgang Helldörfer ihre neueste Errungenschaft: eine drei Meter hohe, mit Druckluft gefüllte Karotte. Unterdessen wartete das Prinzentrio darauf, dass sich der Zoch unter dem Motto „Uns Veedel es Heimat“ in Bewegung setzte. Markus I.: „Wir sind voller Vorfreude“, Norbert I.: „Wir wollen nur noch genießen“ und Andreas I.: „Wir wollen endlich richtig Gas geben.“