Leverkusener Wirtschaftsförderung kürt Unternehmerin des Jahres

Wirtschaftsempfang : Wie Unternehmen sich hübsch machen

Die Wirtschaftsförderung kürt Christiane Kuhn-Haarhoff zur „Unternehmerin des Jahres“.

Wie stellt sich ein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber dar, der sich von anderen unterscheidet? Das ist für viele Betriebe fast schon zu einer Überlebensfrage geworden, denn junge Fachkräfte sind in Zeiten niedriger Arbeitslosigkeit schwer zu finden. Und: Die jungen Fachkräfte haben eigene Vorstellungen davon, was ein attraktiver Arbeitgeber ist. In diesem Spannungsfeld bewegte sich der Leverkusener Wirtschaftsempfang der Wirtschaftsförderung WFL am Mittwoch im Bayer Kasino. Wie es geht, hat die Leverkusener Unternehmerin Christiane Kuhn-Haarhoff vorgemacht. Als Geschäftsführerin leitet sie die Haarhoff GmbH, eine in Wiesdorf  ansässige Werbemittel- und Eventagentur. So kam es nicht von ungefähr, dass sich die Jury für sie entscheiden hat und sie zur „Unternehmenin des Jahres“ kürte. Oberbürgermeister Uwe Richrath hatte die angenehme Pflicht, den Preis unter großem Applaus des Publikums zu überreichen.

„Employer Branding“ heißt das neudeutsche Zauberwort, das man sperrig mit Arbeitgebermarkenbildung übersetzen könnte. Das Thema sei bei  Haarhoff gelebte Praxis, lobte Vorjahres-Preisträger Harry Voges seine Vorgängerin.  Generationenübergreifend Mitarbeiter zu finden und zu binden und dabei agile und flexible Arbeitsmethoden in einem kreativen Umfeld zu nutzen, werde in dem Wiesdorfer Unternehmen gezielt eingesetzt. „Wer klein ist, muss pfiffig sein“, brachte es der  Laudator auf den Punkt.

Dass bei der Mitarbeiterwerbung gerade auch die unterschiedlichen Ansprüche der Generationen bedacht werden müssen, beschrieb Professor Jutta Rump von der Hochschule Ludwigshafen auf humorvolle Weise. Denn anders als die „Baby Boomer“ in den 80er Jahren kann sich der Nachwuchs der Generationen Y  und Z  die Jobs aussuchen.  „Arbeitgeber müssen sich hübsch machen“, sagt Rump. Dabei sollten sie den Wertewandel mitdenken. War die Elterngeneration noch an feste Hierarchien, Pflicht, Disziplin und Fleiß gebunden, um sich auch um den Preis der Anpassung  und notfalls auch mit Ellenbogen auf einem hart umkämpften Arbeitsmarkt durchzusetzen, gelten heute andere Ansprüche. Die Kinder dieser Eltern setzen Kriterien wie Work-Life-Balance, Freude am Job, Perspektive, Flexibilität und Nachhaltigkeit auf ihre Wunschliste an den Arbeitgeber.

Wie das konkret aussieht, berichteten fünf junge Leverkusener auf der Bühne. So hat etwa Alina Fischer eine Stelle mit höherem Gehaltsangebot abgelehnt und eine andere angenommen, weil ihr die Atmosphäre dort zusagte, sie sich wohler fühlte und dort langfristigere Perspektiven sah. „Ich muss nicht reich werden“, sagte auch Lina Schäfer. „Mir ist wichtig, dass ich glücklich bin und wertgeschätzt werde.“ 

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