Leverkusen Leverkusener Wald soll sicherer werden

Leverkusen · Der Opladener Lothar Rindt schlägt Namensschilder für Waldwege vor, die sich jeder Waldbesucher besser merken kann, als bezifferte Rettungspunkte. Es fehlt ihm aber noch die Zustimmung von Waldeigentümer Wilfried Hilgert.

 Aufgeforstet werden jetzt die gerodeten Waldflächen im Bürgerbusch. Die kleinen Douglasien müssen aber noch kräftig wachsen.

Aufgeforstet werden jetzt die gerodeten Waldflächen im Bürgerbusch. Die kleinen Douglasien müssen aber noch kräftig wachsen.

Foto: Uwe Miserius

Jetzt im Frühling laden die Wälder zum Entdecken von Flora und Fauna ein. Doch ein Waldspaziergang und erst recht eine Fahrt mit dem Mountain-Bike durch die heimischen Wälder bergen auch Gefahren. Um die Wälder in Leverkusen sicherer zu machen, sind sogenannte Rettungspunkte in Form von Ziffern vorgeschlagen worden (wir berichteten). Der Opladener Lothar Rindt hat eine andere und, wie er meint, bessere Idee.

"Wenn irgendwo am Anfang eines Weges eine Ziffer steht, dann merkt die sich doch keiner, wenn er im Wald unterwegs ist. Anders wäre das aber mit einem Namen für die Waldwege," schlägt Rindt vor. In Iserlohn werde dies bereits praktiziert, berichtet er. Vorstellbar seien ganz einfache Wegenamen, die man sich gut merken könne und die zusätzlich mit einem Piktogramm symbolisiert werden könnten: "So können sich auch Kinder die Namen merken", sagt der Opladener und nennt Beispiele: "Hasenweg, Fuchsweg, Mondweg, Wolkenweg... "

Hintergrund für Rindts Initiative, für die er auch bereits die Sparkasse als Geldgeber für die Namensschilder gefunden habe, sei ein rein persönliches Engagement: "Ich war jahrelang Rettungsassistent und habe miterlebt, wie schwierig es ist, einen Verletzten im Wald zu finden." Die Sparkasse sei bereit, 3500 Euro für die Herstellung der Namensschilder zu spenden. Die Freiwillige Feuerwehr wolle die Schilder aufhängen. Unterstützt werde sein Vorhaben auch von Förster Karl Zimmermann. "Eigentlich könnten wir die Schilder längst aufgestellt haben. Es fehlt nur noch die Genehmigung des Eigentümers der Wälder", beklagt Rindt.

Die großen Waldflächen Bürgerbusch, Engstenberg und Am Scherfenbrand sind Eigentum von Wilfried Hilgert. Von der RP befragt, sagte der Waldbesitzer gestern, er habe generell nichts gegen eine Beschilderung. Er habe aber bislang noch von niemandem etwas Schriftliches dazu bekommen.

Und die Telefonkontakte mit Rindt seien wenig harmonisch verlaufen. Der habe ihn unter Druck setzen wollen. Das streitet Rindt vehement ab. Man habe ihn mit seinem Anliegen immer wieder abgewimmelt, wirft er Hilgert und dessen Sekretärin vor. Der Waldbesitzer verdeutlichte gegenüber der RP, es liege ihm an der Sicherheit in seinen Wäldern sowie an deren Qualität.

So habe er mit einer großangelegten Aufforstung des Bürgerbusches begonnen: "Dort ist jahrzehntelang nur abgeholzt worden. Und es gab überall Wildwuchs", sagt Hilgert. Er habe im Bürgerbusch jetzt die Böden mulchen lassen und in der Nähe des Forsthauses und jenseits der Autobahn an das Industriegebiet angrenzend Douglasien für insgesamt 18 000 Euro aufforsten lassen. "Der Wald soll wieder schön werden", wünscht sich Hilgert auch für die Leverkusener Bürger.

Zum Bürgerbusch-Wald gehört auch die Grabstelle der Familie von Diergardt. Wie berichtet ist die in einem miserablen Pflegezustand, weil sich lange Zeit niemand gekümmert hat. Das soll nun anders werden, kündigte Waldeigentümer Wilfried Hilgert gestern im Gespräch mit der RP an. Er werde sich in Kürze an der Grabstelle mit Leopold von Diergardt treffen, um über die Pflege zu beraten. Sie gehöre schließlich zum Gersamtbild des Waldes, den er zu verschönern gedenke.

Tobias Hörl, der Vermögensverwalter der Familie von Diergardt, zitierte gestern auf Anfrage aus den Verkaufsakten für den Wald, indem sich auch das Familiengrab befindet: "Ich habe mich zwar gewundert, aber Herr Hilgert hat tatsächlich mit dem Wald auch die Grabstelle erworben." Von dieser Grabstelle möge Hilgert unter Umständen zwar nicht einmal etwas gewusst haben: "Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Besitzer des Grundstückes nun auch für die Grabpflege zuständig ist", verdeutlicht Hörl.

(RP)
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