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Leverkusener Vokalensemble Art Tonale plant Offenes Singen für Chöre

Offenes Singen mit vielen Chorsängern : Art Tonale – alles a-capella

Das Vokalensemble plant derzeit ein offenes Singen mit vielen Chorsängern aus Leverkusen für Anfang 2023 und das zweite Jahreskonzert, das Ende Oktober aufgeführt werden soll.

Anspruchsvolle Vokalmusik, wie sie kürzlich beim ersten Konzert nach der Pandemie-Pause in der Wiesdorfer Christuskirche zu hören war, ist das Markenzeichen des gemischten Kammerchores Art Tonale, den Volker Wierz 2013 gegründet hat. „Altes neu entdecken und den Hörern zugänglich machen“, lautet die Devise des Gesangspädagogen und erfahrenen Chorleiters. Das allein wäre ihm aber viel zu wenig für Art Tonale. Das Repertoire, das er mit seinem derzeit 20 Stimmen starken Chor erarbeitet, ist möglichst vielseitig.

Das Älteste, was er und seine Sänger bisher zur Aufführung gebracht haben, waren Gesänge von Hildegard von Bingen. Bis zu lebenden Komponisten ist alles möglich und wird gerne in Konzertprogrammen kombiniert. Das schätzen die Chormitglieder, die zu verschiedenen Altersgruppen gehören aber eines gemeinsam haben: die unbedingte Freude am A-capella-Gesang, der Königsdisziplin der Vokalmusik, und eine gewisse Leistungsbereitschaft. Wer bei Art Tonale mitsingen will, muss nicht nur offen sein für Neues und bereit zur Arbeit an der eigenen Stimme, sondern auch zu Hause Zeit investieren, um sich auf die wöchentlichen Proben vorzubereiten. Einzelne Töne werden da nämlich nicht mehr gebimst, da geht es um Zusammenklang und Gestaltung. „Volker Wierz versorgt uns dafür aber immer mit Hilfen“, versichert Altistin Britta Edingloh.

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Wenn er nicht auf bereits existierendes Übematerial zurückgreifen kann, erstellt der Chorleiter eben welches zum selbstständigen Erlernen der eigenen Stimme. Das vermeidet Proben, in denen drei Stimmen gelangweilt herumsitzen, während eine noch Töne lernt. Auf Stimmbildung dagegen legt Wierz großen Wert. Und damit meint er nicht nur das unerlässliche „warm up“ am Anfang, sondern die gezielte Unterstützung der Sängerinnen und Sänger am konkreten Stück. Die Analyse, warum eine Stelle nicht richtig klappt oder klingt, warum die Intonation in die Tiefe rutscht. Das sei alles für „normal“ Interessierte zu schaffen, versichert Wierz. Man müsse kein Übertalent haben, aber großes Interesse. Er vergleicht das mit seiner großen Leidenschaft Einradfahren. Auch da müsse er sich genau vorbereiten, Strecke und Schwierigkeiten kennen, um seine Kräfte einschätzen und einteilen zu können.

Aktuell wird das  – stilistisch wieder sehr gemischte  – Programm für das zweite Jahres-Konzert am 29. Oktober erarbeitet. Der Ort in Leverkusen steht noch nicht fest, es soll aber möglichst eine weitere Aufführung „im Umland“ geben, damit sie die Arbeit etwas mehr lohnt. Neben gut einstündigen A-capella-Programmen bewegt sich Art Tonale auch gerne abseits der üblichen Pfade und probiert Aktionen wie einen Flashmob in der Rathausgalerie oder ein „Wellness-Konzert“, bei dem die Zuhörer auf Sitzsäcken oder Liegen bei entsprechender Musik entspannen durften.

Im neuen Jahr, in dem Art Tonale den zehnten Geburtstag feiert, soll es ein Projekt geben, zu dem Sänger aus anderen Leverkusener Chören eingeladen sind. Am ersten Januar-Wochenende plant der Chor ein „Offenes Singen“, das mit Proben am Freitagabend beginnt und am Sonntag mit einer Aufführung in St. Remigius endet. Die Chöre werden aus Händels Messias erarbeiten, dazu einige Motetten. Für die Orgelbegleitung hat sich Kirchenmusiker Andrea Filippini bereit erklärt. Teilnehmer können das als Komplettpaket inklusive Notenmaterial und Catering buchen und müssen sich um nichts kümmern.