Leverkusener Unternehmen auf der Kunststoffmesse "K"

Leverkusener Schwergewichte auf der Messe „K“ : Aufbruch ins neue Plastikzeitalter

Drei Leverkusener Unternehmen nutzen die Kunststoffmesse „K“ als Plattform für Innovationen und als Stellenmarkt.

Die Trends der weltgrößten Kunststoffmesse in Düsseldorf lassen sich in wenigen Worten beschreiben: Mobilität, Nachhaltigkeit, Digitale Welt. Doch was sich hinter diesen Losungen  konkret an Produkten, Lösungen und Visionen befindet, zeigen die drei  Chemieunternehmen Lanxess, Arlanxeo und Covestro auf der Leistungsschau der Makromoleküle.

Die Aussteller, die in der  Chemiestadt am Rhein umfangreichere Produktionen betreiben, präsentieren zahlreiche Produkte, die aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Mehr noch: Die vorgestellten Innovationen sind es, die einen noch spannenderen Alltag in den nächsten Jahren versprechen.

Alles steht dabei unter der großen Überschrift Nachhaltigkeit. Die Kritik an dem vielen Plastik, das unsere Umwelt verunreinigt, lässt die Chemie-Industrie nicht kalt. Was man beispielsweise an einem ganz profanen Gegenstand wie einen Sportschuh sieht, den Covestro gleich in mehreren bunten Varianten ausstellt. Das ist nur ein Beispiel, wie  der Schuh, nachdem er hoffentlich lange genug im Einsatz war, demnächst komplett in den Schredder kommt, weil alles wertvoller Rohstoff ist.

Damit will Covestro den Besucher auf eine Zeitreise nehmen, und zwar in die Zukunft. NRW-Standortleiter Daniel Koch stellt mit einem  3D-Drucker eine kosten- und materialschonende Technologie für die Massenfertigung vor. Oder mit dem alternativen Rohstoff Anilin will man vom bisherigen Ausgangsstoff Rohöl wegkommen. Einen wahren Alleskönner verspricht Koch: „Anilin dient als Ausgangsstoff für Farben und Kunstfasern, aber auch zur Herstellung von Medikamenten.“ Der entscheidende Durchbruch: Man habe es geschafft,  Industriezucker aus  Pflanzen zu gewinnen und mit einem neuen Verfahren in ein Vorprodukt umzuwandeln, mit dem dann durch chemische Katalyse Anilin produziert werden kann.

Wer schon jetzt ein Gefühl für die Mobilität der Zukunft bekommen möchte, kann sich bei Covestro einmal in einen multifunktionalen mobilen Wohn- und Arbeitsraum setzten, ein Innenraumkonzept für die künftige Fortbewegung.

Wenige Meter weiter präsentiert Arlanxeo seine Vorstellungen von einem Elektroauto: auf einem  animierten  CAD-Modell werden Reifen, Batterien, Dichtungssysteme,
Schläuche oder Scheibenwischer gezeigt. Neue Reifenmischungen führen zu einem reduzierten Rollwiderstand, oder die Batterien sollen noch stabiler und leistungsfähiger werden.

Beim ersten K-Auftritt von Alanxeo  unter dem vollständigen Dach von Saudi Aramco war natürlich auch die Zukunft dieses Unternehmens, an dem Lanxess zum Jahreswechsel seine Anteile abgeben hat, ein Thema. Matthias Gotta, Leiter des Geschäftsbereichs Tire & Specialty, sagte auf der „K“, man habe die Marktposition durch Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro zur Erweiterung der Herstellung synthetischer Elastomere (Kautschuk) abgeschlossen. 100 Mitarbeiter sind in Leverkusen tätig. Die 150 Mitarbeiter, die noch Büroräume im Kölner Lanxess-Hochhaus belegen, werden demnächst neue Räume am Kölner Messegelände beziehen. Und:  Arlanxeo bietet auch Ausbildungsplätze für Chemikanten an.

Lanxess selbst bleibt bei seinen Hochleistungskunststoffen und will damit eine wichtige Rolle in der Mobilität  der Zukunft spielen. „In nahezu allen Bereichen eines Fahrzeugs ist eine Gewichtseinsparung durch Leichtbauwerksteile  möglich“, erklärt Michael Zobel, Leiter dieses  Geschäftsbereichs.

Sportschuhe gehören zum Anwendungsbereich von innovativen Kunststoffprodukten. . Foto: Covestro

Dabei wird die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern immer schwieriger. Die drei Leverkusener Chemie-Schwergewichte sehen die Messe K 2019 als Plattform, sich Studenten vorzustellen. So könnten IT-Experten und Ingenieure  interessante Aufgaben in der Gestaltung der Industrie für die Zukunft finden – sichere Arbeitsplätze bei guter Bezahlung, wirbt etwa Covestro.

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