1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusener Traditionsfirma: Wenn der Gelatiere vom Eismachen erzählt

Abkühlung am bisher heißesten Tag in Leverkusen 2021 : Wenn der Gelatiere vom Eismachen erzählt

Ein Sommer ohne Gelato ist so wenig ein Sommer wie einer ohne Sonne. Zum heißesten Tag des Frühsommers hat Walter Panciera einen Blick in seine Eisküche gewährt, wo täglich bis zu 250 Liter Eis produziert werden.

Endlich ist es Sommer. Und die Eis-Saison ist eröffnet. Es gibt wohl kaum etwas Besseres, als sich an heißen Tagen mit einem Eis zu erfrischen. Und wenn jemand etwas von dieser Materie versteht, dann ist es wohl Walter Panciera. Seine Vorfahren eröffneten immerhin schon 1927 die ersten Eisdielen in Köln. 1951 ließ sich sein aus Zoldo Alto (Dolomiten) stammender Großvater Raffaele Panciera nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr in die Heimat endgültig in Opladen nieder. Somit war Panciera erster – und lange Zeit einziger – italienischer „Gelatiere“, also Fachmann für Speiseeis in der ganzen Stadt.

Die ersten beiden Eisläden führte Großvater Panciera auf der Kölner Straße, ein weiteres kam auf der Bahnhofstraße hinzu. Dort standen die Kunden in langen Schlangen, um ein „Gelato“ zu kaufen. Als der kleine Laden 1985 abbrannte, wechselte Panciera-Senior in das heutige Geschäft in der Fußgängerzone. Nach seinem Tod 1988 übernahm Sohn Niccolò. Heute führt Walter Panciera – er erblickte in Opladen das Licht der Welt – das Familienunternehmen fort.

  • Schlafen, arbeiten, sonnen : Die besten Tipps bei Hitze
  • Der „Spatzenhof“ in Süppelbach öffnet erst
    Gastronomie und Hotellerie in Wermelskirchen : Spatzenhof öffnet erst nach den Sommerferien
  • Meteorologen erwarten viel Sonne und sommerliche
    Bis zu 36 Grad am Donnerstag in NRW : Hoch „Yona“ läutet den Sommer ein

Seine Kindheit hat Walter zwar im Val di Zoldo bei einer Tante verbracht und war nur während der dreimonatigen Sommerferien bei seinen Eltern im Rheinland. Dennoch kann er sich an vieles erinnern. „Wenn mein Opa Eis produzierte, durfte niemand die Eisküche betreten,“, schildert der 55-Jährige. Geheime Eisrezepte, die nur in der Familie weitergegeben wurden, gebe es inzwischen aber nicht mehr. „Daran ist das Internet schuld“, stellt Panciera fest.

Im Geschäft ist Filipe (28) für die Eisproduktion zuständig. In seiner portugiesischen Heimat arbeitete der junge Mann als Elektriker. Seit zehn Jahren ist er Eismacher in Opladen. Außer ihm sind vier weitere Portugiesen seines Heimatdorfes beschäftigt. Geschäftsführerin Cidalia Costa ist bereits seit 27 Jahren bei Panciera angestellt.

Und Felipe zeigt, wie Eismachen geht: Als Basis dienen gekochte Milch, Zucker, Eier, Sahne und Butter. Anschließend wird Geschmack hinzugefügt. Für Vanilleeis werden beispielsweise Vanillestangen ausgekratzt und in Milch gekocht. Mokkaeis entsteht durch die Zugabe von Espresso. Fruchteis wird aus gefrorenen Früchten, Wasser und Zucker hergestellt. Eine Eismaschine vermengt das Ganze zu einer breiigen Masse. Die Maschine kann Filipe zehn Minuten später abstellen. An heißen Tag so wie in dieser Woche läuft die Maschine aber fast pausenlos. Immerhin gilt es dann pro Tag 250 Liter Eis und 30 verschiedene Sorten zu produzieren.

Einmal im Jahr werden neue Eissorten kreiert. In diesem Jahr ist Lion-Eis mit Karamellgeschmack angesagt – empfohlen auf Vorschlag von Unit-Eis, der Union italienischer Speiseeishersteller. Walter Panciera sagt allerdings: „Nicht immer kommen die neuen Sorten auch gut an und treffen den Geschmack der Kunden.“ In seinem Eiscafé stehen Klassiker wie Schokolade und Nuss bei den Kunden immer noch hoch im Kurs. Vanille, Erdbeere und Zitrone sind unangefochten an erster Stelle.