Leverkusener Tierretter von Dogman erhalten Deutschen Tierschutzpreis.

Dogman-Tierhilfe ausgezeichnet : „Oscar“ für Tierschutz geht nach Leverkusen

Die Dogman-Tierhilfe aus Pattscheid ist 24 Stunden in Leverkusen, Haan und Wermelskirchen im Einsatz und hat für dieses Engagement am Dienstagabend in Berlin den Deutschen Tierschutzpreis erhalten.

In der großen Scheune zwischen Pattscheid und Nagelsbaum herrscht Feierstimmung. Markus Barke, Chef  von 13 Mitarbeitern der Dogman-Tierhilfe, die dort ihre Zentrale hat,  erreichte unsere Redaktion am Dienstag auf dem Weg nach Berlin. „Wir sind sehr stolz, das ist der Mercedes unter den Tierschutzpreisen.“

  Tatsächlich muss sich der am Dienstagabend vom Deutschen Tierschutzbund vergebene Deutsche Tierschutzpreis wie ein kleiner Oscar anfühlen. Bundesbildungsministerin Franziska Griffey sprach ein Grußwort und hielt die Laudatio. Im Mittelpunkt vieler Promis (siehe Info) ein Trio aus Leverkusen: Barke hatte seine ebenfalls bei Dogman engagierte Frau Anne und Kollegin Nicole Rosenberg mitgebracht.  „Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die anpacken; für die das Leben jedes einzelnen tierischen Wesens denselben Wert hat und die allein deshalb seine Bewahrung als lohnenswert empfinden“, sagte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder.  Die Leverkusener wurden mit dem ersten von drei vergebenen Preisen ausgezeichnet.

 Das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro können Barke und seine Mitstreiter gut brauchen. Sie arbeiten ehrenamtlich und sind neben Zahlungen für bestimmte Aufträge auf Spenden angewiesen. „Wir haben rund   4500 Euro Fixkosten“, sagt Barke. Hinzu kommen Investitionen für die vier alten, umgebauten Rettungswagen mit umfangreicher Ausstattung (Wert: 40.000 Euro pro Fahrzeug).

Mit diesen Fahrzeugen sind die Tierretter in Leverkusen, Haan und Wermelskirchen rund um die Uhr  an sieben Tagen der Woche im Einsatz. Sie kommen, wenn sie gerufen werden.  Die Tierschützer retten Haus- und Wildtiere aus Notsituationen: von der Ratte, die im Gullideckel feststeckt, bis zum Luchs, der aus dem Tierpark entflohen ist. Mittlerweile hat sich der Verein zu einer festen Größe der Tierrettung im Raum Leverkusen etabliert und agiert als Ansprechpartner für Feuerwehr und Polizei. In Haan hat er  einen festen Vertrag mit der Stadtverwaltung. In Leverkusen und Wermelskirchen  arbeitet er mit den örtlichen Tierheimen zusammen. „Wir würden gerne die umliegenden Städte animieren, sich auch finanziell an unserer Tierrettung zu beteiligen“, sagt Barke.

 Vor fünf Jahren gründete er die Dogman-Tierrettung. Sie  ist sein Lebenswerk. Der 49-Jährige hat seinen Beruf aufgeben müssen, ist erwerbsgemindert und bezieht eine kleine Rente. Seine Frau sorgt für den gemeinsamen Lebensunterhalt. Als sein Schäferhund-Husky-Mischling „Cassy“ starb, entschied sich der 49-Jährige, seine Zeit ganz den Tieren zu schenken und zugleich für ein einfaches Leben. „Wir verzichten auf jeglichen Luxus“, sagt er. Und: „Ich wollte den Tieren etwas zurückgeben.“ So viel Liebe habe er von seinem „Seelenhund“ erhalten.

Barke und seine Mitstreiter kümmern sich ausschließlich um den Transport, Tiere beherbergen sie nicht.  Sie sehen ihre Aufgabe darin, ausgebüxste Tiere oder solche in Not zu sichern – sie also schonend einzufangen und fachgerecht bei Tierarzt, in der Tierklinik, bei Auffang- oder Auswilderungsstationen abzuliefern. Am Tag erreiche das Team zwischen 70 und 200 Anrufe. „Oft wird der Notruf missbraucht“, sagt Barke. Denn einen verletzten Vogel könne jeder selbst in eine dafür zuständige Station bringen. Diesen Aufwand könne die Tierrettung nicht leisten. Denn sie hat im weiten Umfeld Leverkusens nun wirklich genug zu tun und ist für jede Unterstützung in Form von Spenden aber auch tatkräftiger Hilfe von Freiwilligen dankbar.

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