Leverkusener Stadtgeschichte soll neues Gewand erhalten

Zum 90. Geburtstag Leverkusens : Stadtgeschichte soll neues Gewand erhalten

Die Menschen in Leverkusen sind dazu angehalten, ihre persönlichen Geschichten beizutragen.

Zum 90. Geburtstag der Stadt im kommenden Jahr ruft der Opladener Geschichtsverein (OGV) mit Unterstützung vieler weiterer Kulturstätten und -vereinen die Menschen in Leverkusen dazu auf, ihre persönlichen Geschichten zu Orten, Geschehnissen und Erinnerungen mit den Historikern aus Opladen zu teilen. Entstehen soll so eine ganz neue Sichtweise auf Leverkusen.

Insgesamt ist das Projekt auf mehr als zehn Jahre angelegt. Schließlich haben sich die Macher eine Menge vorgenommen. Es soll ein neues stadtgeschichtliches Bewusstsein entstehen. „Das ist ein hehres Ziel“, betont daher Wolfgang Hasberg, der der Wissenschatlichen Kommission des OGV vorsitzt.

Wissenschaftlich sollen die Ideen der Bürger derweil nicht unbedingt sein. Niemand müsse sich durch Geschichtsbücher wälzen, wenn er das nicht wolle. Angesprochen sind vielmehr Karnevalsvereine, Männerchöre und solche, die seit jeher Stadtgeschichte gestalten. Sie sind dazu aufgerufen, sich mit der eigenen Vergangenheit zu beschäftigen.

Und diese Erkenntnisse sollen die Beteiligten dann während eines Kulturforums zweimal in der Villa Römer in eigener Darstellungsform vorzustellen. Wichtig ist dabei nur, dass dieser Vortrag (wie auch immer er aussehen mag) an zwei weiteren Kulturstätten in der Stadt dargeboten wird. „Die Form ist völlig egal, da sind wir offen“, sagt Stefanie Weyer.

Dabei kann es sich zum Beispiel um das Kneipenwesen in der Stadt handel – welche gab‘s mal, wer ist wieder da? „Das ist ja so Geheimwissen der Leverkusener“, erläutert Hasberg.

Entstanden war die Idee einst im März 2018 als Ergebnis einer Beratung über den Ist-Zustand der Geschichtsarbeit. Schon im Juni des dieses Jahres gab es Bürgerdialoge, berichtete OGV-Chef Michael Gutbier.

Zwei Projekte sind bereits in der Mache. Den Auftakt macht „stadtKultur in Leverkusen (sKiL)“ am 12. September 2020 in der Villa Römer, bei der Verein und Privatleute ihre Geschichte präsentieren können. Zudem wird in Zusammenarbeit mit Institutionen in den Partnerstädten Leverkusens die jeweiligen Stadtentwicklungen in der europäischen Zwischenkriegszeit (1918 bis 1939) beleuchtet. Dieses Projekt aber benötigt noch ein wenig mehr Zeit.

Finanziert wird das Vorhaben unter anderem vom Landschaftsverband Rheinland und der EU (Europe for Citizens-Programm). Kontakt: lev2020@ogv-leverkusen.de

(brü)