Planspiel in Leverkusen Wie Jugendliche sich eine klimafreundliche Stadt vorstellen

Leverkusen · Bei einem Planspiel sahen sich Leverkusener Schüler vornehmlich im Umfeld ihrer Schulen um und machten konkrete Verbesserungsvorschläge.

 Schüler aus Manfort, Schlebusch und Opladen haben viele Ideen zur Klimafreundlichkeit.

Schüler aus Manfort, Schlebusch und Opladen haben viele Ideen zur Klimafreundlichkeit.

Foto: Naturgut

Einen Marktplatz mit Grünflächen, vielen Bäumen und Sitzgelegenheiten dazu Ladestationen für E-Autos und E-Fahrräder, so wünschen sich die Schüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums den großen Platz vor ihrer Schule. „So umgestaltet würde sich die Innenstadt im Sommer nicht so aufheizen und bei Starkregen viel Wasser speichern können“, erklärt die 17-jährige Kybra. „Außerdem soll es temporäre Bring- und Abholzonen für Eltern geben, deren Kinder aufs Landrat-Lucas oder die Herzogschule gehen.“ Die fehlenden Parkplätze wollen die Schüler durch Parkhäuser in der neuen Bahnstadt ersetzen. „Die Leverkusener sollen auf Fahrräder und ÖPNV umsteigen“, so die Vision der 17-jährigen.

Rund 50 Schüler der Realschule am Stadtpark, der Gesamtschule Schlebusch und des Landrat-Lucas-Gymnasiums stellten den Verkehrsexperten der Stadt, dem ADFC und der Wupsi im Ratssaal ihre Ideen vor. Im Rahmen der Planwerkstatt „Jugend in Bewegung“ hatten sich die Schüler mit der Frage beschäftigt: Was macht unsere Schulumgebung sicher und klimafreundlicher?

„Als Stadt wollen wir Motor der Verkehrswende sein“, erklärte Bürgermeister Bernhard Marewski. „Erfolgreich umsetzen lässt sich die Verkehrswende aber nur zusammen im Dialog. Wir freuen uns daher sehr auf die Anregungen und Ideen der Schülerinnen und Schüler. Die Ergebnisse der Planwerkstatt werden in die weiteren Konzepte einfließen.“

Unterstützt wurden die Schüler von Mitarbeiterinnen des Naturguts Ophoven, die die Planwerkstatt im Rahmen des städtischen Klimaschutzprojektes „energieLux“, vorbereitet hatten. „Uns war es wichtig, dass die Jugendlichen einen Einblick in eine klimafreundliche Stadtplanung bekommen“, erklärt Britta Demmer vom Naturgut Ophoven. „Im ersten Modul stellten wir den Jugendlichen Maßnahmen vor, die Städte wie Utrecht, Paris und Kopenhagen ergriffen haben, um ihre Stadt klimafreundlicher und auch lebenswerter zu gestalten“, erklärte Tamara Dey, Koordinatorin des Projektes. Mit diesen Informationen sollten die Schüle anschließend ihren eigenen Schulweg untersuchen.

Gefunden haben sie einiges: Am Forum wünschten sich die Jugendlichen einen baulich abgetrennten Fahrradweg um sicher vor den Autos zu sein, in Schlebusch empfahlen die Jugendlichen ein zusammenhängendes Fahrradwegenetz. „Ganz häufig enden die Fahrradwege plötzlich auf der Straße, meistens an Stellen, wo die Fahrbahn ohnehin sehr eng ist“, erklärte der 18-jährige Jasper von der Gesamtschule Schlebusch. Über 40 Ideen kamen zusammen, die sie mit Leverkusener Verkehrsexperten wie Reinhard Schmitz, Fachbereich Tiefbau, Christian Syring, Mobilitätsmanager, Kristin Menzel von der Wupsi und Kurt Krefft vom ADFC diskutierten.

Anschließend stimmten die Jugendlichen im Ratssaal über eine Prioritätenliste ab. „Diese wird der Stadt übergeben, gemeinsam mit allen anderen Verbesserungsvorschlägen“, erklärte Britta Demmer. Besonders die Umgestaltung des Marktplatzes in Opladen traf auf große Zustimmung. Reinhard Schmitz ist überzeugt, dass eine solche Maßnahme helfe, sich an den Klimawandel anzupassen.

(bu)
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