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Leverkusener Rheinbrücke: Straßen NRW will trotz Verzögerung in 2023 fertigstellen

Leverkusener Rheinbrücke : Bauherr will trotz Verzögerungen beim Bieterverfahren Termin halten

Streitigkeiten mit einem Bieter verzögern den Ausbau der Leverkusener Rheinbrücke erneut. Die Autobahngesellschaft will trotzdem an der Fertigstellung bis Ende 2023 festhalten.

Bauherr der Rheinbrücke ist seit dem 1. Januar die neu gegründete Autobahn GmbH. Sie ist nun bundesweit für die Autobahnen zuständig und hat die Brückenbaustelle von Straßen NRW übernommen. Timo Stoppacher, Sprecher der Autobahn-GmbH, bestätigt in Teilen einen Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers. Demnach hatte der Landesbetrieb Straßen NRW  den am 1. Dezember vergebenen Auftrag an ein Baukonsortium um den Stahlbauer SHG Engineering aus Hannover schon am 22. Dezember zurückgezogen. Grund ist die Auseinandersetzung mit dem unterlegenen Mitbieter. Das Konsortium, das den Zuschlag erhalten hatte, hatte mit 176,4 Millionen Euro das preiswerteste Angebot abgegeben und sollte Ende Januar mit dem Weiterbau der Brücke beginnen. Der Konkurrent,  ein Zusammenschluss von sechs mittelständischen deutschen Bauunternehmen,  soll ein Angebot eingereicht haben, das rund 51 Millionen Euro teurer war.

„Wir sind noch im selben Verfahren“, betont Stoppacher. Einzelheiten zum laufenden Verfahren nennt er nicht. Er rechnet mit Verzögerungen von „sechs bis acht Wochen“. Stoppacher: „Die Vergabe ist für das Frühjahr geplant, so dass die geplante Fertigstellung bis Ende 2023 zu schaffen ist. Insbesondere weil in dem zu schließenden Vertrag Bonusregelungen vereinbart werden, die eine vorzeitige Fertigstellung ermöglichen.“

Durch mehrfache Einwände des unterlegenen Bieters bei der Vergabekammer ist offenbar die Bindefrist verstrichen. Das hatte zur Folge, dass beide Anbieter seit dem 18. Dezember nicht mehr an ihre Preisangebote gebunden sind und deshalb Ende Dezember aufgefordert wurden, neue Angebote abzugeben. Sie müssen bis Ende Januar vorliegen. Inwiefern sich das alles auf den Preis auswirken wird, sei nicht absehbar, sagt Stoppacher.

Die Baustelle an der Leverkusener Rheinbrücke steht seit Ende September still, nur an den Zufahrten wird noch gearbeitet.  Damals hatte der Landesbetrieb dem österreichischen Baukonzern Porr AG als Generalunternehmer gekündigt. Grund waren irreparable Mängel an 22 in China produzierten Stahlbauteilen. Porr hatte ein Angebot von 363 Millionen Euro für beide Brückenteile und den Abbruch der alten Brücke abgegeben. Der Auftrag musste neu ausgeschrieben werden. Die Bauzeit verlängerte sich um fast zwei Jahre gegenüber dem ursprünglich avisierten Termin.