Leverkusener Rat vertagt Entscheidung zur City C

Stadtpolitik : Rat vertagt Entscheidung zur City C

Eine Ratsentscheidung zur Wiederbelebung der City C wird es frühestens im Stadtrat am 8. April geben. Auf Wunsch der CDU wurde der Plan von Oberbürgermeister Uwe Richrath, in den leer stehenden Geschäften zwischen Adler und Sparkassenzentrale städtische Büros, Geschäfte und möglicherweise Wohnungen unterzubringen, vertagt.

Auch Grüne, Bürgerliste, FDP, Opladen Plus, und Die Linke stimmten für den CDU-Vorschlag. Begründung: Alle Fraktion wollen nochmals überprüfen, welche vielleicht noch nicht entdeckten Revitalisierungslösungen möglich sind. Der Umbau der City C, die wie eine Geisterlandschaft wirkt, sei sehr komplex, sagte die baupolitische Sprecherin der CDU, Ina Biermann-Tannenberger, im Bauausschuss: „Einfach und schnell, das geht in der City C bedauerlicherweise nicht.“

In dem Gremium hatte Oberbürgermeister Richrath darum geworben, jetzt den ersten Schritt für die City C zu beschließen. Der Stadt gehören unter anderem die ehemaligen Geschäftsflächen von C&A, Adler und Woolworth. Rechtsanwalt Michael Schuh, Experte für Eigentümergemeinschaften, berichtete den Politikern, was die Stadt seiner Meinung nach mit ihrem Eigentum schon heute machen darf, ohne die anderen Eigentümer um Erlaubnis fragen zu müssen: Innerhalb der Gebäudegrenzen fast alles, was nicht sittenwidrig oder gesetzwidrig sei: Wohnungen, (städtische) Büros und Läden sind demnach ohne weiteres möglich. Dies gebe die alte Teilungserklärung, in der die Spielregeln für das Miteinander der Eigentümer stehen, her. Selbst die Außenansichten der 1967 fertiggestellten Immobilien lassen sich komplett verändern.

Fazit des externen Kölner Anwalts: Die Stadt könnte ihre Flächen in der City C bis auf den Rohbau zurückbauen, innen wie außen neu gestalten. Bürgerlisten-Chef Erhard Schoofs wunderte sich sehr über diese juristische Einschätzung zur City C. Die früheren Darstellungen des Ex-Finanzdezernenten Rainer Häusler und seines Mitstreiters Gerd Geiger hätten da gegenteilig ausgesehen und die von Schuh erklärte Gestaltungsfreiheit nicht genannt.

Ziel von Stadtchef Richrath ist es, die städtische Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) mit dem Gesamtprojekt zu beauftragen. Die WGL soll die städtischen Flächen kaufen. Denn: Selbst für die leeren Geschäfte fallen für die Stadt pro Jahr rund 400.000 Euro laufende Unterhaltungskosten an.

Nach Stand der Diskussion wird auch der nächste Stadtrat das Thema vertagen. Die Zeit bis Anfang April will die CDU nutzen, um alle Fraktionen zu einem gemeinsamen Lösungsweg zu bewegen.

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