Leverkusener Politiker überbieten sich beim Klimaschutz

Umweltausschuss : Alle sind für den Klimaschutz

Im Umweltausschuss überboten sich die Parteien mit Vorschlägen.

Die Leverkusener Kommunalpolitiker liefern sich derzeit einen fast unglaublichen Wettkampf um die besten Klimaschutzprojekte. In der Sitzung des Umweltausschuss am Donnerstag auf Gut Ophoven wurde deutlich: Die Gefahr, dass sich die Volksvertreter dann bei Themen rund um den Klimanotstand verzetteln, besteht. Bei der Hälfte der etwa 50 Tagesordnungspunkte im Ausschuss ging es um Ideen zur Rettung der (Um-)Welt. Die Ausrufung des „Klimanotstandes“ in Leverkusen führte übrigens dazu, dass die städtische Verwaltung eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus allen Dezernaten bildete, die nach lokalen Maßnahmen zur Begrenzung des Temperaturanstieges infolge von Umwelteinflüssen suchen.

Jüngste Beispiele aus dem Reigen der politisch motivierten Umweltanträge: Bildung eines Klimabeirates (CDU); Einrichtung einer Stabsstelle zur Erstellung eines Klimaschutzplans und einer Bürgerberatungsstelle für klimastützende Maßnahmen, Messung von Nanofeinstaub, Planung eines Retensionsgeländes am Rhein, 1000 neue Bäume jährlich für Leverkusen (alles Bürgerliste); Baumschutzsatzung, Einrichtung einer E-Lastenfahrrad-Vermietung und Paketzustellung per E-Lastenräder (alles Grüne) sowie Bau eines Micro-Paket-Depots, damit von dort nur noch ein Paketauto durch die Siedlungen fährt (Opladen Plus). Im Ideenpool auch noch: Begrünung von Buswartehäuschen und Laternen (verschiedene Fraktionen).

Die Themen standen zwar alle zur Beratung im Umweltausschuss an, aber die Entscheidungen fallen im Stadtrat. Ein von den Grünen seit langem verfolgtes Ziel scheint angesichts des Klimawandeldrucks Realität zu werden: eine neue Baumschutzsatzung für Leverkusen. Die alte wurde vor 13 Jahren gestrichen. Bäume seien das Lebenselixier für Städte, sagen die Grünen. Dass in Leverkusen jedes Jahr 1000 Bäume gepflanzt werden, wie es die Bürgerliste will, sehen die Stadtverantwortlichen nicht. „Wir pflanzen dieses Jahr 260 neue Bäume“, berichtete der verantwortliche Stadtexperte Ulrich Hammer im Ausschuss. Dies lässt sich die Stadt rund 250.000 Euro kosten. Ein Großteil des Geldes fließt dabei für die Vorbereitung der ausreichend großen Baumstandorte. Nur so könnten die Bäume auch in Trockenperioden genügend Wasser aus dem Boden ziehen. Für 1000 Bäume reichten die städtischen Flächen in Leverkusen nicht, betonte Hammer. Schon heute hätten sie Mühe, Bäume unterzubringen. Immerhin sei etwa an Straßen der Boden von zig Versorgungsleitungen durchzogen, die ein Baumpflanzen unmöglich machten.

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